Denkmal/Gedenkstätte

Das ist die Wiese Zittergras

Mainzer Str. 7, 04105 Leipzig

Highlights

  • Der Gedenkort ‚Das ist die Wiese Zittergras‘ erinnert seit 2011 an NS-Kindereuthanasieverbrechen im Leipziger Friedenspark.
  • Auf dem ehemaligen Johannisfriedhof wurden ab 1941 behinderte Kinder in der ‚Kinderfachabteilung‘ systematisch ermordet.
  • Christine Lavants Gedicht inspirierte den Namen und die Gestaltung des Gedenkortes für Opfer nationalsozialistischer Verbrechen.

Tipps

  • Der Gedenkort befindet sich im Leipziger Friedenspark und widmet sich der Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Kindereuthanasieverbrechen.
  • Ein zentraler Bestandteil des Ortes ist die Installation ‚Das ist die Wiese Zittergras‘, die als künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema dient.
  • Die Beschilderung am Eingang informiert über historische Zusammenhänge und den Kontext der Verbrechen während der NS-Zeit.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Zittergras-Wiese Leipzig: Kulturdenkmal & Ausflugsziel

Am Rande des Leipziger Friedensparks liegt der Gedenkort *„Das ist die Wiese Zittergras“* – ein stiller Ort der Erinnerung, der an die systematischen Verbrechen des Nationalsozialismus gegen behinderte Kinder und ihre Familien erinnert. Der Name leitet sich von einem Gedicht der österreichischen Dichterin Christine Lavant ab, das als Grundmotiv für diesen Gedenkort dient. Lavants Worte *„Das ist die Wiese Zittergras“* symbolisieren die Vergänglichkeit und die ungesühnten Verbrechen, die hier thematisiert werden.

Der Gedenkort wurde 2011 auf dem Gelände des ehemaligen Neuen Johannisfriedhofs eingerichtet, der heute als Teil des Friedensparks erhalten ist. Hier erinnert eine beschauliche Wiese mit sanft geschwungenen Wegen an die Opfer der sogenannten *„Kinderfachabteilungen“*, in denen ab 1941 systematisch behinderte Kinder ermordet wurden. Der Ort verbindet Natur und Geschichte, um den Betroffenen eine würdige Gedenkstätte zu schaffen – fernab von schockierenden Insignien, aber mit einer tiefen, nachdenklichen Atmosphäre.

Der Gedenkort ist Teil eines größeren Projekts, das sich mit der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Kindereuthanasie befasst. Durch die Integration in den Friedenspark wird die Erinnerung an die Opfer in den Kontext der Leipziger Stadtgeschichte gestellt. Die Wiese selbst lädt zum Verweilen ein, während Informationsstele und künstlerische Elemente die historische Bedeutung des Ortes vermitteln. So wird aus einer bloßen Gedenkstätte ein Ort der Reflexion über Menschlichkeit und Verantwortung.

Besucher:innen finden hier keine monumentale Gedenktafel, sondern eine besinnliche Umgebung, die zum Innehalten einlädt. Die Verbindung von Natur und Erinnerung schafft einen Raum, der sowohl die individuelle Trauer als auch das kollektive Gedenken an die Opfer widerspiegelt. *„Das ist die Wiese Zittergras“* ist somit nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein Mahnmal für die Unantastbarkeit des Lebens – besonders des Lebens von Kindern.

Der Gedenkort steht im Kontext weiterer historischer Stätten in Leipzig, die sich mit den Folgen des Nationalsozialismus auseinandersetzen. Durch seine Lage im Friedenspark wird er zu einem Teil eines größeren Netzwerks der Aufklärung und des Gedenkens, das die Stadt als Ort der Erinnerung prägt. Wer hier vorbeikommt, wird aufgefordert, innezuhalten und sich der Opfer zu erinnern – nicht als Statistiken, sondern als Menschen mit Geschichten, die verdienen, gehört zu werden.

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