Brunnen am Lesemuseum
Highlights
- Der Brunnen am Lesemuseum in Weimar wurde 1864 unter Oberbaudirektor Carl Heinrich Ferdinand Streichhan aufgestellt.
- Das ovale Brunnenbecken aus Diorit war ursprünglich für den Gänsemännchenbrunnen auf der Esplanade gedacht, aber zu klein.
- Die Brunnensäule aus Sandstein zeigt einen stilisierten Löwenkopf als Wasserspeier und ruht auf einem Kalksteinfundament.
Tipps
- Der Brunnen am Lesemuseum in Weimar ist ein Laufbrunnen aus Diorit mit einem Sandsteinspeier und befindet sich direkt am ehemaligen Lesetempel auf der Geleitstraße.
- Das Brunnenbecken war ursprünglich für den Gänsemännchenbrunnen vorgesehen, wurde aber später zum Lesemuseum umgesetzt.
- Am Brunnen befindet sich eine der ersten Hundetränken in Weimar, initiiert vom Apotheker Theodor Lüdde.
Eigenschaften
Über Brunnen am Lesemuseum
Der Brunnen am Lesemuseum in Weimar ist ein kleines, aber feines architektonisches Schmuckstück mitten im kulturellen Zentrum der Stadt. Er befindet sich an der südlichen Front des ehemaligen Lesetempels, heute bekannt als Lesemuseum, direkt am Goetheplatz. Dieser Laufbrunnen zählt zu den weniger bekannten, aber dennoch sehenswerten Kleinodien der Stadt und lädt mit seiner ruhigen Präsenz zum Verweilen ein. Ursprünglich war das Brunnenbecken für einen anderen Standort bestimmt – nämlich für den später sogenannten Gänsemännchenbrunnen auf der Schillerstraße –, doch wurde es dort als zu klein erachtet und kurzerhand an seinen jetzigen Ort verlegt.
Die Bauweise und Materialien des Brunnens unterstreichen seinen historischen Wert. Das ovale Becken besteht aus Diorit, einem harten Gestein, das von dem Steinmetzmeister Ackermann aus Weißenstadt geliefert wurde. Es ruht auf einem Fundament aus Kalkstein und wird ergänzt durch eine rechteckige Sandsteinsäule, die einen Wasserspeier in Form eines stilisierten Löwenkopfes trägt. Diese Gestaltung verleiht dem Brunnen eine gewisse Frische und Lebendigkeit, die besonders im Sommer einladend wirkt. Hinzu kommt eine kleine Hundetränke, die an der Vorderseite des Beckens angebracht ist – eine der ersten ihrer Art in Weimar, initiiert vom Apotheker Theodor Lüdde.
Der Brunnen wurde um das Jahr 1864 unter dem Weimarer Oberbaudirektor Carl Heinrich Ferdinand Streichhan an seiner heutigen Stelle installiert. Sein Name „Chemnitiusbrunnen“, den er früher trug, ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Stattdessen ist er einfach und treffend als „Brunnen am Lesemuseum“ bekannt. Die räumliche Nähe zum Museum, das seinerzeit von der Großherzogin Anna Pawlowna für die von ihr gegründete Lesegesellschaft errichtet wurde, unterstreicht den kulturellen Kontext dieses Ortes. Der Brunnen steht in einer gepflasterten Einfassung aus Muschelkalk und wirkt harmonisch in das städtebauliche Ensemble integriert.
Besucher loben den Brunnen für seine unaufdringliche Schönheit und die zentrale Lage, die ihn leicht erreichbar macht. Er ist weder überlaufen noch kommerziell aufgemacht, sondern wirkt behutsam und denkmalgeschützt in seiner Umgebung. Die Kombination aus historischem Wert, handwerklicher Qualität und städtebaulicher Einbindung macht ihn zu einem lohnenswerten Zwischenstopp bei einem Spaziergang durch das weimaraner Stadtzentrum. Besonders im Sommer bietet er nicht nur ästhetischen Genuss, sondern auch eine praktische Erfrischung – für Menschen und ihre vierbeinigen Begleiter.