Gedenkstätte Absturzstelle WT366
Highlights
- Die Gedenkstätte markiert die Absturzstelle des britischen Bombers WT366 im Zweiten Weltkrieg.
- 1998 rekonstruierten die ‚12 Apostel‘ des HBV die historische Fischerhütte nach alten Plänen.
- Das Museum zeigt Originalfunde wie den ‚Lüttinger Knaben‘, eine bronzezeitliche Bronzestatue.
Tipps
- Die Gedenkstätte liegt direkt am Rundwanderweg der ‚Xantener Südsee‘ und bietet so die Möglichkeit, den Ort im Rahmen einer entspannten Wanderung zu besichtigen.
- Das rekonstruierte ‚Fischerhüttenmuseum‘ zeigt originale Ausstellungsstücke zur regionalen Rheinfischerei und ermöglicht Einblicke in historische Handwerkstechniken.
- Die Informationstafeln am Standort erläutern die historische Bedeutung des Fundes des ‚Lüttinger Knaben‘ sowie dessen archäologische Einordnung in die lokale Kulturgeschichte.
Eigenschaften
Denkmal Xanten: Absturzstelle WT366
Die Gedenkstätte Absturzstelle WT366 in Xanten ist ein bewegendes Mahnmal mit tiefgreifender regionaler Geschichte. Der Ort erinnert an den Absturz eines alliierten Bombern im Zweiten Weltkrieg, dessen genaue Umstände bis heute in den lokalen Erzählungen lebendig bleiben. Die Absturzstelle liegt am Rand des historischen Xantener Raums, wo sich einst die Spuren römischer Besiedlung mit mittelalterlichen und modernen Ereignissen vermischen.
Besonders prägend für die Region war die Fischerhütte „12 Apostel“, die um die vorletzte Jahrhundertwende als Unterkunft und Schlafstätte für Fischer diente. Über Jahrhunderte war die Rheinfischerei ein zentraler Bestandteil des Lebens in Lüttingen, einem Ortsteil von Xanten. Die Hütte, die einst als Rückzugsort und Arbeitsplatz diente, verfiel jedoch im Laufe der Zeit – bis sie in den 1970er-Jahren im Zuge von Auskiesungen für Schifffahrtszwecke abgetragen wurde.
Doch die Erinnerung an diese Zeit wurde bewahrt: 1998 rekonstruierten die „12 Apostel“ des HBV (Heimatbund für den Niederrhein e.V.) die Fischerhütte originalgetreu anhand historischer Zeichnungen und Fotografien. Heute beherbergt sie das Fischerhüttenmuseum, das im Rahmen eines Rundwanderwegs entlang der „Xantener Südsee“ liegt. Das Museum gibt Einblicke in das traditionelle Leben am Rhein und zeigt, wie eng Fischerei, Handwerk und Alltagskultur einst miteinander verwoben waren.
Ein weiteres archäologisches Juwel der Region ist der sogenannte „Lüttinger Knabe“, eine in Bronze gegossene Figur mit lockigem Haar, die 1858 von einem Fischer aus Bislich entdeckt wurde. Die Statue, vermutlich aus der Römerzeit oder älter, gilt als einer der bedeutendsten Funde der Region und wird heute im Museum für Archäologie Xanten präsentiert. Die Absturzstelle WT366 selbst verbindet diese historischen Schichten mit dem dramatischen Kapitel des Zweiten Weltkriegs – ein Ort, der Geschichte greifbar macht.
Die Gedenkstätte ist nicht nur ein Denkmal für die Opfer des Absturzes, sondern auch ein Zeugnis des kulturellen Erbes Xantens. Sie lädt Besucher ein, die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu spüren – von den Spuren der Römer über die Fischerkultur bis hin zu den Spuren des Krieges. Der Ort steht damit für die Vielfalt der regionalen Identität und die Bedeutung des Erinnerns.