Maria zum Stegel
Highlights
- Maria am Stegel war eine gotische Backstein-Kapelle in Lübeck, direkt neben der Marienkirche.
- Nach der Reformation diente sie als Leichenhaus und später als Lagerhaus.
- 1927 erfolgte ein Umbau im Backsteinexpressionismus-Stil, bevor sie 1942 durch Bombenangriffe stark beschädigt wurde.
Tipps
- Die Kirche ist Teil des UNESCO-Welterbes und direkt neben der Marienkirche gelegen.
- Eintrittskosten können an Baustellen reduziert werden, da Teile der Kirche nicht zugänglich sind.
- Turmführungen dauern etwa 2,5 Stunden und sind bei Höhenangst nicht zu empfehlen.
Eigenschaften
Über Maria zum Stegel
Die evangelische Kirche Maria zum Stegel in Lübeck zählt zu den bedeutenden sakralen Kulturdenkmälern der Hansestadt und ist eng mit der Geschichte der berühmten Marienkirche verbunden. Ursprünglich als backsteingotische Kapelle im 14. Jahrhundert erbaut, erhielt sie ihren Namen vom niederdeutschen Wort „Stegel“ – eine Treppe, die vom Kirchhof der Marienkirche direkt in das Westjoch der Kapelle führte. Diese strategische Lage im Herzen Lübecks unterstreicht ihre historische Bedeutung als Teil des religiösen und städtischen Lebens der mittelalterlichen Stadt.
Nach ihrer Weihe im 15. Jahrhundert diente Maria zum Stegel zunächst als Sühnekapelle und beherbergte eine Vikarie unter dem Patrozinium der Heiligen Dreifaltigkeit, der Jungfrau Maria und des Apostels Paulus. Im Zuge der Reformation verlor sie jedoch ihre ursprüngliche Funktion als Kirchengebäude. In der Folge wurde sie vielfach umgenutzt – als Leichenhaus, Buchhandlung, Lagerraum und später als Büro. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude sogar zu einem Lagerhaus umgebaut, wobei gotische Fenster vermauert und Zwischenböden eingezogen wurden.
Ein entscheidender Wendepunkt war der Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg, bei dem der Nordturm der benachbarten Marienkirche einstürzte und Maria zum Stegel bis auf die Außenmauern niederbrannte. Jahre lang blieb der Bau eine Ruine, bis 1963 ein Wiederaufbau beschlossen wurde. Dabei wurde das Gebäude um 2,5 Meter versetzt, um den Anforderungen des Straßenverkehrs Rechnung zu tragen. Heute steht Maria zum Stegel wieder als kulturelles und historisches Zeugnis – ein stimmungsvoller Ort, der sowohl für Gottesdienste als auch für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen genutzt wird.
Die Sakralbauten rund um die Marienkirche prägen das Stadtbild Lübecks, das seit 1987 zum UNESCO-Welterbe gehört. Maria zum Stegel ist dabei ein eindrucksvolles Beispiel für die Vielschichtigkeit lübischer Kirchengeschichte. Die enge Nachbarschaft zur Marienkirche macht sie zu einem lohnenswerten Ausflugsziel für alle, die sich für Architektur, Geschichte und den kulturellen Reichtum der Stadt interessieren. Besucher erleben hier nicht nur die Schönheit der Backsteingotik, sondern auch die lebendige Weiterverwendung eines historischen Ortes im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Gegenwart.