Denkmal/Gedenkstätte

Gedenktafel Köpenicker Blutwoche

Puchanstraße 12, 12555 Berlin

Highlights

  • Die Köpenicker Blutwoche 1933 war ein Höhepunkt des frühen SA-Terrors mit mindestens 23 Opfern.
  • Die Gedenkstätte erinnert an die Folterungen und Morde politischer Gegner durch die NSDAP.
  • Die Ausstellung zeigt den nationalsozialistischen Machtmissbrauch und das Versagen der Zivilgesellschaft.

Tipps

  • Die Gedenkstätte informiert über die Köpenicker Blutwoche 1933 mit Fokus auf den frühen SA-Terror und die Opfer.
  • Ein kleiner Raum mit Zelle und Informationstafeln ist zugänglich, weitere historische Räume nur mit Führung.
  • Für Schulklassen und Jugendgruppen werden Projektangebote sowie individuelle Führungen nach Anmeldung angeboten.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Gedenktafel Köpenicker Blutwoche

Die Gedenktafel zur Köpenicker Blutwoche in Berlin erinnert an eine der frühesten und brutalesten Gewaltaktionen der Nationalsozialisten nach deren Machtübernahme. In der Woche Ende Juni 1933 verschleppten SA-Männer mehrere hundert politisch Andersdenkende sowie Jüdinnen und Juden aus dem Berliner Stadtteil Köpenick. Ziel der Aktion war es, Oppositionelle einzuschüchtern und die neue Machtordnung durch Terror zu festigen. Mindestens 24 Menschen verloren während dieser Ereignisse ihr Leben, darunter auch Anton Schmaus, ein SPD-Mitglied, das in Notwehr drei seiner Peiniger tötete – ein Vorfall, der von der NS-Propaganda instrumentalisiert wurde.

Die Gedenkstätte, die seit den 1980er Jahren besteht, dokumentiert diese tragischen Ereignisse und ihre Bedeutung für die Frühphase des Nationalsozialismus. Sie zeigt, wie staatliche Institutionen und weite Teile der Zivilgesellschaft versagten und die Gewalt der NS-Organisationen ungestört von Justiz und Polizei ablief. Die Ausstellung vermittelt den historischen Kontext der Blutwoche und verdeutlicht, wie die damaligen Terrorakte als Experimentierfeld für spätere Gräueltaten des Regimes dienten. Besucher finden hier ehemalige Gefängniszellen, informative Tafeln sowie eine restaurierte Zelle mit originalgetreuem Inventar.

Die Gedenkstätte bietet nicht nur Raum für Erinnerung, sondern auch für Bildung. Für Schulklassen und Jugendgruppen werden Projekttage angeboten, zudem können Führungen durch die Dauerausstellung nach vorheriger Anmeldung gebucht werden. Ergänzt wird das Angebot durch einen Audiowalk namens „(Ton-)Spuren der Gewalt“ sowie eine interaktive Karte, die zu einem Rundgang durch die historischen Orte einlädt. Im Archiv der Gedenkstätte sind Zeitzeugenberichte, Prozessakten und Rezeptionsmaterialien der Öffentlichkeit zugänglich.

Die Bedeutung der Gedenkstätte reicht jedoch über die bloße Erinnerung hinaus. Sie steht symbolisch für das Versagen vieler gesellschaftlicher Gruppen, die entweder aktiv mitwirkten oder passiv zusahen. Damit verdeutlicht sie die Wichtigkeit eines engagierten gesellschaftlichen Zusammenhalts und einer wachsamen Zivilgesellschaft. Die Gedenkstätte ist ein Ort der Mahnung und ein Appell, Demokratie und Menschenrechte aktiv zu verteidigen.

Die Gedenktafel und die zugehörige Gedenkstätte befinden sich im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick. Sie sind Teil einer breiten Erinnerungskultur, die die Verbrechen der NS-Zeit sichtbar macht und für kommende Generationen bewahrt. Durch Publikationen, Forschungsmaterialien und ein Kuratorium wird sichergestellt, dass die Erinnerung an die Opfer lebendig bleibt und die politische Bildungsarbeit fortgeführt wird.

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