Kirche/Kloster

Synagoge Zweibrücken

Ritterstraße 11, 66482 Zweibrücken

Highlights

  • Die Synagoge in Zweibrücken wurde 1879 eingeweiht und diente bis zu ihrer Zerstörung im Novemberpogrom 1938 als jüdischer Gottesdienstort.
  • Die jüdische Gemeinde in Zweibrücken zählte 1933 noch 155 Mitglieder, von denen viele später deportiert oder ermordet wurden.
  • Heute erinnert ein Denkmal vor Ort an die ehemalige Synagoge und die jüdische Geschichte der Stadt.

Tipps

  • Besucher finden die Synagoge in der Innenstadt, nahe der historischen Altstadt, gut erreichbar zu Fuß.
  • Eintritt ist kostenlos, Spenden für die Erhaltung des Denkmals werden gerne angenommen.
  • Führungen sind nach Vereinbarung möglich, insbesondere für Gruppen mit Voranmeldung.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Synagoge Zweibrücken

Die Synagoge Zweibrücken ist ein bedeutendes Kulturdenkmal in der Stadt Zweibrücken im Bundesland Rheinland-Pfalz. Sie steht als Zeugnis der ehemals lebendigen jüdischen Gemeinde, die seit dem 18. Jahrhundert in der Stadt beheimatet war. Die erste urkundliche Er Erwähnung eines jüdischen Lebens datiert um die Mitte des 18. Jahrhunderts, als Moses Löw als „Juden-Oberschultheiß“ am Ort tätig war. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wuchs die Gemeinde durch Zuzug aus umliegenden Landgemeinden kontinuierlich an, was auch im steigenden Bedarf an religiösen und kulturellen Einrichtungen wie einer Synagoge, einer jüdischen Schule, einem Ritualbad und einem Friedhof mündete.

Die Synagoge selbst wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und 1879 feierlich eingeweiht. Zu diesem Zeitpunkt fungierte Zweibrücken zudem als Sitz eines Bezirksrabbinates, was die Bedeutung der Gemeinde in der Region unterstrich. In den folgenden Jahrzehnten übernahmen verschiedene Rabbiner die geistliche Leitung, darunter Dr. Israel Mayer und später Dr. Eugen Meyer. Die Gemeinde verfügte über eine aktive Vereinslandschaft, zu der unter anderem der Israelitische Männerverein, der Israelitische Frauenverein sowie weitere jüdische Organisationen zählten. Auch der Religionsunterricht wurde bis in die 1930er Jahre aufrechterhalten, wenngleich die Zahl der teilnehmenden Kinder in dieser Zeit bereits deutlich zurückging.

Das Schicksal der Synagoge und der jüdischen Gemeinde nahm mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus eine tragische Wendung. Während ein Teil der jüdischen Bevölkerung vor 1933 auswandern konnte, wurde die Synagoge während des Novemberpogroms 1938 zerstört. Die letzten verbliebenen jüdischen Einwohner wurden 1940 deportiert. Zahlreiche Mitglieder der Gemeinde verloren ihr Leben im Holocaust. Die Synagoge Zweibrücken steht heute als Mahnmal und Erinnerungsort für die jüdische Geschichte in der Stadt und ist Teil der Forschungs- und Gedenkarbeit, die unter anderem von der Arbeitsgemeinschaft Jüdische Friedhöfe und Alemannia Judaica geleistet wird.

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