Oberburg Manderscheid
Highlights
- Die Oberburg Manderscheid thront seit über 1000 Jahren über dem Liesertal und war Stammburg der Manderscheider Ritter.
- 1852–1870 lebte die letzte Bewohnerin der Oberburg, bekannt als „Burggretchen“, in der ehemaligen Burgruine.
- Die Gemeinde Manderscheid erwarb die Oberburg 1921 für 1800 Mark, nachdem sie zuvor von verschiedenen Besitzern gehalten wurde.
Tipps
- Die Oberburg ist über einen mittel schweren Wanderweg erreichbar, der lohnenswerte Ausblicke bietet.
- Freier Eintritt zur Burg, die auf einem künstlich abgeflachten Plateau thront.
- Direkter Weg von der Niederburg aus, vorbei am Kaisertempel, führt zur Oberburg.
Eigenschaften
Über Oberburg Manderscheid
Die Oberburg Manderscheid thront auf einer künstlich abgeflachten Bergspitze über dem Liesertal und zählt zu den bedeutenden historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt Manderscheid im Landkreis Bernkastel-Wittlich, Rheinland-Pfalz. Die fast dreieckige Anlage verfügt noch heute über deutlich erkennbare Ruinen, darunter die Außenmauern und ein fünfstöckiger Bergfried, der wieder begehbar gemacht wurde. Vom Turm aus erstreckt sich ein weithin sichtbarer Blick über die Stadt Manderscheid, die Niederburg und das umliegende Tal.
Die Geschichte der Oberburg reicht weit zurück. Bereits im Mittelalter war sie Stammsitz der Edelherren von Manderscheid und wurde im Laufe der Zeit zu einer der sieben trierischen Landesburgen. Im Jahr 973 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung im Zusammenhang mit einem kaiserlichen Dokument. Im Verlauf der Jahrhunderte wechselte der Besitz mehrfach; die Burg wurde mehrfach zerstört und teilweise wieder aufgebaut. So brannte sie im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekriegs nieder und fiel danach in einen zunehmenden Verfall, bis sie schließlich 1805 von einem Manderscheider Pfarrer ersteigert wurde, der sie vor dem endgültigen Verfall bewahrte.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Oberburg zeitweise von einer sogenannten „Burggretchen“ bewohnt – einer einfachen Bewohnerin, die inmitten der Ruinen lebte. Später gelangte die Anlage in den Besitz der Gräfin Paula von Brühl, bevor sie 1921 an die Gemeinde Manderscheid verkauft wurde. Heute steht die Oberburg unter Denkmalschutz und ist ein markantes Wahrzeichen der Region. Der Weg zur Oberburg führt entlang eines mittelanstrengenden Wanderweges, der auch als Rundweg beschritten werden kann. Besucher berichten von einer malerischen Landschaft und lohnenswerten Ausblicken entlang des Weges.
Die Ruinen der Oberburg sind frei zugänglich, der Eintritt ist kostenlos. Der Aufstieg nicht nur für die historische Atmosphäre, sondern auch für die natürliche Schönheit der Umgebung. Die Burganlage selbst zeugt von ihrer wechselvollen Vergangenheit – sowohl architektonisch als auch durch die Spuren, die verschiedene Epochen hinterlassen haben. Auch wenn einzelne Bereiche der Burg durch Vandalismus beeinträchtigt wurden, bleibt die Oberburg ein beeindruckendes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst inmitten der rheinland-pfälzischen Vulkaneifel.