Lübbensteine, Grab A
Highlights
- Die Lübbensteine sind zwei jungsteinzeitliche Ganggräber westlich von Helmstedt auf dem St. Annenberg.
- Grab A ist das südliche der beiden Gräber und liegt etwa 130 Meter vom nördlichen Grab B entfernt.
- Beide Anlagen bestehen aus Großsteingräbern und zählen zu den südlichsten Megalithanlagen Norddeutschlands.
Tipps
- Das Grossteingrab Grab A liegt westlich von Helmstedt auf dem St. Annenberg, erreichbar über die B1 in Richtung Königslutter.
- Ein Parkplatz befindet sich direkt vor Ort, von dem aus man zu Fuß zu den beiden Gräbern gelangt.
- Bei Winterbesuchen sollte man mit rauen Temperaturen rechnen, aber die mystische Atmosphäre lohnt sich bei entsprechender Wetterausrüstung.
Eigenschaften
Über Lübbensteine, Grab A
Die Lübbensteine, namentlich als Grab A bekannt, sind eine der bedeutendsten jungsteinzeitlichen Megalithanlagen in Norddeutschland und liegen westlich der Stadt Helmstedt im Landkreis Helmstedt, Niedersachsen. Die Anlage gehört zu den sogenannten Ganggräbern, die durch eine Kammer und einen seitlich angeordneten Zugangsgang gekennzeichnet sind. Diese Form der Bestattung ist typisch für die Jungsteinzeit und findet sich vor allem in Dänemark, Deutschland, Skandinavien sowie vereinzelt in Frankreich und den Niederlanden. Die Lübbensteine gelten als südlichster Vertreter dieser Großsteingräber in Norddeutschland.
Die beiden Anlagen befinden sich auf dem St. Annenberg, einem leicht erhöht gelegenen Plateau unweit der Bundesstraße 1 in Richtung Königslutter. Der Standort bietet nicht nur einen guten Überblick über die Umgebung, sondern ist auch durch einen separaten Parkplatz gut erreichbar. Grab A, das südlich gelegene der beiden Gräber, ist mit der Sprockhoff-Nummer 316 versehen, während Grab B nördlich davon liegt. Die Entfernung zwischen beiden Gräbern beträgt etwa 130 Meter. Die Steine selbst bestehen aus lokalem Braunkohle-Quarzit, was ihre frühe wissenschaftliche Aufmerksamkeit erklärt, da solche Materialien in der Region selten sind.
Die Anlage wurde bereits früh in der Geschichte dokumentiert. Hermann Conring erwähnte sie erstmals im Jahr 1665. Im Zuge der damaligen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit setzte sich der Schutz der Lübbensteine durch Professoren der ehemaligen Universität Helmstedt durch, was verhinderte, dass die Steine als Baumaterial verwendet wurden. Die erste archäologische Ausgrabung fand um 1700 statt, eine wissenschaftliche Untersuchung im 20. Jahrhundert. Dabei wurden keine menschlichen Überreste in den Kammern gefunden, da frühere Grabungen alle Knochenreste entfernt hatten. Dennoch belegen die erhaltenen Strukturen die Bedeutung der Stätte für die Jungsteinzeit.
Grab A ist heute teilweise rekonstruiert, wobei von den ursprünglich etwa 20 Steinen nur sieben eindeutig der Kammer zugeordnet werden konnten. Die Abmessungen entsprechen weitgehend denen von Grab B, das besser erhalten ist und aus 40 der ursprünglich 45 Steine besteht. Beide Anlagen liegen in einer rechteckigen Einfassung und sind durch ein Gangsteinpaar mit der Außenmauer verbunden. Die archäologische Gestaltung zeigt eindrucksvoll, wie vor Jahrtausenden komplexe Bauwerke ohne moderne Hilfsmittel errichtet wurden. 2001 erfolgte eine weitere Sanierung, um den Erhalt der Anlage langfristig zu sichern.
Die Lübbensteine sind Teil des Geoparks Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen und tragen dort als Namensgeber zur geowissenschaftlichen Bedeutung des Gebiets bei. In unmittelbarer Nähe wurde zudem eine mögliche Siedlungsstätte aus der Jungsteinzeit entdeckt, was auf eine umfassendere kulturelle Nutzung der Region hindeutet. Die Stätte bietet Besucherinnen und Besuchern eine ruhige, mystische Atmosphäre, besonders im Winter, wenn die Landschaft schneebedeckt ist. Obwohl der Zustand des Geländes durch Müllbelastung beeinträchtigt wird, bleibt der Ort ein lohnendes Ziel für Interessierte der Urgeschichte und Kulturdenkmäler.