Museum

Zellentrakt Gedenkstätte

Rathaus, 32049 Rathauspl. 1

Highlights

  • Gedenkstätte im historischen Zellentrakt des ehemaligen Polizeigefängnisses im Rathaus seit 2005 als Erinnerungsort für NS-Verbrechen.
  • Ausstellungen zeigen regionale NS-Geschichte, Widerstand und Opferbiografien mit historischen Dokumenten und Zeitzeugeninterviews.
  • Rollstuhlgerechter Zugang und Parkplatz; pädagogische Arbeit durch Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken und Kommunalarchiv Herford.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang über den rollstuhlgerechten Eingang ermöglicht einen ungehinderten Besuch der Gedenkstätte im historischen Zellentrakt.
  • Die Ausstellungsthemen behandeln historische Zusammenhänge und lokale Bezüge zur NS-Zeit, darunter Alltagsnazifizierung und individuelle Schicksale.
  • Einige Ausstellungen bieten Begleitmaterialien wie Broschüren oder Videodokumentationen mit Zeitzeugenberichten aus der Region an.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kultur & Geschichte: Zellentrakt Gedenkstätte Rathauspl. 1

Die Gedenkstätte Zellentrakt im Herzen von Herford am Rathausplatz 1 ist ein zentraler Ort der Erinnerungskultur und dokumentiert die dunklen Kapitel der lokalen Geschichte. Eingebettet in die historischen Räume des ehemaligen Polizeigefängnisses – von 1917 bis 1963 als Gewahrsam der Polizeidienststelle genutzt – wurde der „Zellentrakt“ 2005 als Gedenkstätte eröffnet. Initiiert vom Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken in Zusammenarbeit mit dem Kommunalarchiv Herford, dient der Ort seither der Aufarbeitung der NS-Zeit und der Vermittlung historischer Verantwortung.

Das Kuratorium engagiert sich seit seiner Gründung 1997 für gedenkstättenpädagogische Arbeit und zeigt regelmäßig Ausstellungen zu regionalen und überregionalen Themen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Aufarbeitung der Nazifizierung des Alltags in Herford zwischen 1933 und 1939, etwa durch die Ausstellung „Herford gehört(e) dem Führer?“. Hier werden historische Dokumente, Fotografien und Zeitungsartikel präsentiert, die verdeutlichen, wie tief die NS-Ideologie alle gesellschaftlichen Schichten durchdrang. Ergänzt wird das Angebot durch interaktive Formate wie Recherchen von Schülergruppen zu deportierten und ermordeten Herforder*innen, deren Biografien in künstlerischen und historischen Projekten aufgearbeitet werden.

Ein zentrales Dauerausstellungsthema ist die Geschichte der Familie Elsbach, deren Firmengeschichte und persönliches Schicksal unter dem Nationalsozialismus exemplarisch für die Verfolgung jüdischer Bürger*innen stehen. Der Nachlass von Gerry Maass, einem Nachfahren der Familie, sowie originale Exponate wie die gerettete Büchersammlung der Elsbachs ermöglichen eine emotionale Annäherung an das Thema. Die Ausstellung wird durch ein Leporello mit allen Tafeln ergänzt, das Besucher*innen zum Mitnehmen anbietet und so die Auseinandersetzung mit der Geschichte auch außerhalb der Gedenkstätte ermöglicht.

Die Gedenkstätte richtet sich an ein breites Publikum: Neben Schulklassen und historisch Interessierten finden auch aktuelle Ausstellungen statt, die gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen – etwa die Rolle „gewöhnlicher Menschen“ im Holocaust oder die Biografie von Widerstandskämpferinnen wie Sophie Scholl. Mit rollstuhlgerechtem Zugang und Parkplatz ist der Zellentrakt barrierefrei gestaltet und bietet so allen Besucher*innen die Möglichkeit, sich mit der lokalen Erinnerungskultur auseinanderzusetzen. Als lebendiger Ort der Begegnung verbindet die Gedenkstätte Vergangenheit und Gegenwart und lädt dazu ein, aus den Fehlern der Geschichte zu lernen.

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…