Kirche/Kloster

St. Johannes

Herrenwiesenstraße 12, 69126 Heidelberg-Rohrbach

Highlights

  • St. Johannes ist die römisch-katholische Pfarrkirche im Heidelberger Stadtteil Rohrbach und wurde 1963–1965 erbaut.
  • Die Kirche ist aus rotem Backstein gebaut und hat einen auffälligen Glockenturm mit achteckigem Grundriss.
  • Die Orgel verfügt über 31 Register und wurde 2000–2003 von Johannes Kircher erbaut.

Tipps

  • Besuchen Sie die modern gestaltete Kirche von 1963–1965 mit ihren farbenfrohen Glasfenstern von Emil Wachter, die Szenen aus der Offenbarung des Johannes zeigen.
  • Achten Sie auf die sechseckige Altarinsel und die Bronzefigur des segnenden Christus über dem Altar, beides Werke von Gisela Bär.
  • Die Kirche verfügt über eine Orgel mit 31 klingenden Registern, erbaut von Johannes Kircher, ideal für Orgelliebhaber.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über St. Johannes

Die Kirche St. Johannes in Heidelberg-Rohrbach ist eine römisch-katholische Pfarrkirche, die in den Jahren 1963 bis 1965 im Auftrag der erzbischöflichen Bauleitung errichtet wurde. Sie ist dem Apostel und Evangelisten Johannes geweiht und entstand als Neubau, nachdem die zuvor genutzte Kirche des hl. Johannes Nepomuk für die wachsende Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr ausreichend war. Der Entwurf stammt vom Architekten Manfred Schmitt-Fiebig, die Bauleitung lag bei Heinrich Eisenhauer.

Das Gebäude besticht durch seine moderne Architektur in Backsteinbauweise mit grauweißen Betonelementen. Der Kirchsaal verfügt über einen in die Länge gezogenen oktogonalen Grundriss. Im Osten befindet sich eine sechseckige Altarinsel, die in das Achteck eingeschrieben ist, während im Westen das Eingangsportal angeordnet ist. Außen an der Westfassade sind Reliefs des Letzten Abendmahls sowie der Kreuzigung Jesu mit Maria und Johannes angebracht, die von der Künstlerin Gisela Bär gestaltet wurden. Die bemerkenswerten Buntglasfenster von Emil Wachter entlang der Traufe spenden dem Innenraum farbiges Licht und zeigen Motive aus der Offenbarung des Johannes. Über dem Altar thront eine Bronzefigur des segnenden Christus, ebenfalls von Gisela Bär geschaffen. Der markante Glockenturm mit achteckigem Grundriss steht separat vor der Südwestecke des Gebäudes und prägt das Stadtbild.

Die Kirche verfügt über eine 2000 bis 2003 erbaute Orgel von Johannes Kircher, die im Mai 2004 geweiht wurde. Das Instrument verbindet traditionelle Handwerkskunst mit moderner Technik: Es besitzt 31 Register auf zwei Manualen und Pedal, eine mechanische Spiel- und Registertraktur sowie ein Setzeranlage mit bis zu 10.000 Speicherplätzen. Das Gehäuse aus geöltem und gewachstem Eichenholz greift die achteckige Architektur der Kirche auf. Besonders erwähnenswert sind die im Schwellwerk hängenden Röhrenglocken Eigenbau Kircher. Die Orgel ist somit sowohl klanglich als auch optisch ein integraler Bestandteil des Kirchenraums.

Die heutige Seelsorgeeinheit von St. Johannes umfasst gemeinsam mit den Pfarrgemeinden St. Paul in Boxberg-Emmertsgrund und St. Peter in Kirchheim die Region Heidelberg-Süd. Die Gemeinde wird durch ein progressiv-synodales Pastoralteam geleitet, was von manchen Besucher:innen als modern und offen, von anderen als abseits konservativer katholischer Tradition wahrgenommen wird. Hinweise auf eine in letzter Zeit ausgefallene Glocke beim viertelstündlichen Dreiklang verdeutlichen, dass auch kleinere technische Herausforderungen Bestandteil des kirchlichen Alltags sind.

Die Glasfenster von Emil Wachter sind nicht nur kunstvoll gestaltet, sondern bilden auch theologische Schwerpunkte ab, die mit dem Namen des Kirchenpatrons verbunden sind – die Johannesminne und die Geheime Offenbarung. Dazu existiert mit einer Publikation von Irmgard Heß eine fachliche Auseinandersetzung. Auch in der kunsthistorischen Literatur zu den Kirchen Heidelbergs findet St. Johannes Erwähnung, etwa bei Hans Gercke. Die Kombination aus architektonischer Klarheit, zeitgenössischem Kirchenbau und kunstvoller Ausstattung macht die Kirche zu einem bemerkenswerten Beispiel sakraler Architektur der 1960er Jahre im Stadtteil Rohrbach.

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