UnterwegsTheater
Highlights
- Das UnterwegsTheater präsentiert seit 1993 in der selbstgebauten Pro-B-Bühne am Heidelberger Hauptbahnhof experimentelle Theater- und Tanzformate.
- International renommierte Choreografinnen wie Leila Ka (Le Monde) oder Uraufführungen des Ensembles mit Jai Gonzales prägen das Programm in der HebelHalle und Altstadtszenen.
- Das Theater verbindet Kunst mit gesellschaftlichem Diskurs – etwa durch NSU-Monologe mit anschließender Podiumsdiskussion oder das Festival ArtOrt im historischen Autohaus.
Tipps
- Einige Veranstaltungen umfassen anschließende Diskussionsrunden oder Vernissagen, die den künstlerischen Inhalt vertiefen und für ein erweitertes Erlebnis sorgen.
- Die Präsentationen des UnterwegsTheaters kombinieren oft Tanz, Theater und multimediale Elemente, was ein vielfältiges und experimentelles Erlebnis ermöglicht.
Eigenschaften
Theater in Heidelberg-Kirchheim: UnterwegsTheater
Das UnterwegsTheater in Heidelberg-Kirchheim ist ein lebendiger Kulturort, der sich seit seiner Gründung als vielseitige Plattform für zeitgenössische Kunst, Tanz und gesellschaftliche Diskurse etabliert hat. Gegründet von Bernhard Fauser und Jai Gonzales, verbindet das Ensemble innovative Choreografien mit politischen und künstlerischen Impulsen – stets mit Fokus auf Experimentierfreude und gesellschaftlichem Engagement.
Ein zentraler Ort der Arbeit ist die HebelHalle, wo das UnterwegsTheater internationale Tanzgastspiele wie die Arbeiten der hochkarätigen Choreografin Leila Ka präsentiert. Doch das Programm reicht weit über reine Aufführungen hinaus: Uraufführungen wie „Point of view“ von Jai Gonzales oder die Jubiläumsfeier zur TANZAllianz zeigen das Bestreben, Tanz als lebendige, dialogische Kunstform zu inszenieren. Besonders bemerkenswert sind auch die Verknüpfungen mit lokaler Geschichte – etwa durch die Auseinandersetzung mit dem NSU in „NSU-Monologen“ und anschließenden Podiumsdiskussionen, die aktuelle Debatten mit künstlerischer Tiefe verbinden.
Das UnterwegsTheater hat sich über die Jahre als festes Element im Heidelberger Kunstleben etabliert, indem es traditionelle Spielstätten mit ungewöhnlichen Orten verbindet. So fand das Festival ArtOrt bereits in einem historischen Autohaus der Weststadt statt, wo Kunst im öffentlichen Raum und Mobilität thematisiert wurden. Die Pro-B-Bühne am Heidelberger Hauptbahnhof war eine frühe Spielstätte, die nicht nur Theater, sondern auch Jazzkonzerte mit internationalen Künstlern beherbergte – ein Beweis für die Vielschichtigkeit des Ensembles.
Ein besonderes Merkmal des UnterwegsTheaters ist sein Blick auf lokale und globale Geschichten: Ob durch die Auseinandersetzung mit der Figur Josef Ganz, dem VW-Pionier, oder durch die Zusammenarbeit mit Fotografen wie Oliver Mezger, die künstlerische Arbeit verbindet Vergangenheit mit Gegenwart. Die Vernissage zur Ausstellung über die Tänzerin Birgit Sohl oder die Uraufführung im Rahmen von ArtOrt’22 zeigen, wie das Ensemble Kunst als gesellschaftlichen Diskursraum nutzt – immer mit dem Anspruch, Neues zu entdecken und zu bewegen.
Wer das UnterwegsTheater besucht, erlebt keine statische Kulturveranstaltung, sondern ein lebendiges Netzwerk aus Tanz, Theater und Dialog. Ob in der HebelHalle, im Künstlerhaus oder bei besonderen Projekten wie dem „Cabriolé“-Festival: Hier wird Kunst zum Erlebnis, das zum Nachdenken, Feiern und Mitgestalten einlädt. Mit einem Google-Rating von 4,4 Sterne spiegelt sich die Wertschätzung der Besucher wider – für ein Theater, das wirklich unterwegs ist, im doppelten Sinne.