Denkmal/Gedenkstätte

Gedenkstein Jüdisches Altenheim

Kalverbenden, 52066 Aachen

Highlights

  • 1938 zwang die NS-Herrschaft jüdische Bewohner:innen im Aachener Altenheim in Ghettoisierung – ein Vorläufer der späteren Deportationen.
  • Der Gedenkstein erinnert an die systematische Entrechtung und Verfolgung jüdischer Mitbürger:innen während der Novemberpogrome 1938.
  • Teil der lokalen NS-Gedenkarbeit: Der Stein dokumentiert Aachens Rolle in der frühen Phase der Judenverfolgung durch die NS-Diktatur.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Gedenkstein Jüdisches Altenheim Aachen – Kulturdenkmal

Der Gedenkstein für das ehemalige Jüdische Altenheim in Aachen erinnert an eine der tragischen Folgen der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik während der 1930er-Jahre. Das Haus diente vor der Machtübernahme der NSDAP als Zufluchtsort für ältere jüdische Mitbürger:innen, die vor der systematischen Entrechtung und Entreißung ihres Lebensunterhalts fliehen mussten. Mit der Radikalisierung der NS-Herrschaft wurde das Altenheim jedoch zum Symbol für die zunehmende Ghettoisierung und Entrechtung der jüdischen Bevölkerung – ein Prozess, der bereits in den frühen Jahren der Diktatur durch gezielte Maßnahmen wie die Zwangsvereinigung von Wohnungen vorbereitet wurde.

Die Erinnerung an diesen Ort ist eng mit dem Engagement der „Wege gegen das Vergessen“ verbunden, einem seit Jahrzehnten aktiven Projekt der Volkshochschule Aachen. Durch wissenschaftliche Aufarbeitung, öffentliche Ausstellungen und geführte Rundgänge wird die lokale NS-Geschichte aufgearbeitet und der Opfer gedacht. Der Gedenkstein fungiert dabei als Teil eines größeren Netzwerks historischer Orte, die an Verfolgung, Widerstand und die Folgen der NS-Diktatur erinnern. Besonders die „Alternativen Stadtrundfahrten“ bieten Besuchern:innen die Möglichkeit, diese dunklen Kapitel der Stadtgeschichte direkt vor Ort zu erkunden – stets unter Einbindung lokaler Akteur:innen und Bürger:innen.

Die Initiative „Wege gegen das Vergessen“ hat ihre Arbeit bereits in mehreren Publikationen und Ausstellungen dokumentiert, darunter die Ausstellung „Fenster in die Geschichte“, die die systematische Entrechtung und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung in Aachen thematisiert. Der Gedenkstein selbst steht dabei für eine der vielen Institutionen, die im Nationalsozialismus zwangsenteignet oder zerstört wurden. Sein Erhalt dient als Mahnmal und mahnt zur kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte – ein zentrales Anliegen der Bildungsarbeit in Aachen, die seit jeher die Erinnerungskultur vorantreibt.

Besucher:innen können den Gedenkstein im Rahmen von geführten Rundgängen oder eigenständigen Besuchen aufsuchen, um sich mit der Geschichte des Ortes auseinanderzusetzen. Die Initiative verbindet dabei historische Fakten mit lebendiger Erinnerungskultur, indem sie die Spuren der Verfolgung sichtbar macht und gleichzeitig den Dialog über die Verantwortung für die Vergangenheit fördert. Der Stein erinnert daran, dass Aachen wie viele andere Städte in Deutschland Ort von Verfolgung, aber auch von Widerstand und humanitärem Engagement war – eine komplexe Geschichte, die es zu bewahren gilt.

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…