Museum

Kluckensteine

52224 Stolberg (Rheinland)

Highlights

  • Die Kluckensteine bei Stolberg bestehen aus 370 Millionen Jahre altem Vichter Konglomerat.
  • Das Gestein entstand durch Ablagerungen in einem alten Flussbett und bildet heute eine steile Felswand im Wald.
  • Die Umgebung ist ein trockener Eichen-Haagbeukenwald mit typischer Bodenvegetation.

Tipps

  • Trage feste Schuhe, da der Weg zu den Kluckensteine steinig und uneben sein kann.
  • Führungen durch die Geologie der Eifel bieten tiefere Einblicke in die Entstehung der Felsen.
  • Ein Besuch lohnt sich besonders für Natur- und Geologieinteressierte.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Kluckensteine

Die Kluckensteine sind eine bemerkenswerte geologische Formation in der Nähe des Ortes Vicht, einer Gemeinde im Kreis Städteregion Aachen in Nordrhein-Westfalen. Diese Felsformation besteht aus dem sogenannten Vichter Konglomerat, einem sehr harten Gestein, das seinen Ursprung in der Eifel-Phase des Mittleren Devons hat. Das Gestein entstand vor rund 370 Millionen Jahren aus Ablagerungen eines ehemaligen Flussbetts, das sich damals in nördlicher Richtung durch das Gebiet schlängelte und in eine breite, deltaförmige Mündung in ein altes Meer mündete. Die Sedimente wurden im Laufe der Zeit durch tektonische Prozesse aufgerichtet und bilden heute eine steinige Struktur mitten im Wald.

Das Vichter Konglomerat zeichnet sich durch eine unregelmäßige Zusammensetzung aus. Es besteht größtenteils aus Rollsteinen unterschiedlicher Herkunft, darunter Revinkwartsit, verschiedene Sandsteine und Quarzite, die durch dünne Eisenschichten sowie rote Sand- und Schluffanteile zusammengefügt wurden. Die Korngrößen variieren regional: Während die Steine bei Remouchamps durchschnittlich 8,5 Zentimeter messen, erreichen sie in der Gegend um Eupen eine Größe von etwa 13 Zentimetern. Die Mächtigkeit der Gesteinsschicht variiert ebenfalls stark – von sechs Metern bei Fraipont bis hin zu 80 Metern in Vicht. Diese Ablagerungen sind Zeugnisse einer alten Landschaft, die durch erosive und sedimentäre Prozesse geprägt war.

Die Bezeichnung „Kluckensteine“ leitet sich vom historischen Gebrauch des Gesteins ab. Es wurde früher zur Herstellung klokvormiger Schmelzöfen in der Eisen- und Messingindustrie verwendet, die zwischen Stolberg und Zweifall verbreitet waren. Aus dem Begriff „Glocke“ entwickelte sich im Lauf der Zeit die lokale Bezeichnung „Klucke“. Diese Verwendung unterstreicht die enge Verbindung der geologischen Besonderheit zur regionalen Industriegeschichte.

Die Umgebung der Kluckensteine ist von einer typischen Mischung aus offenen Eichen- und Hainbuchenwäldern geprägt. Auf den trockenen, steinigen Hängen mit einer dünnen Humusschicht gedeihen Pflanzenarten wie die Große und Weiße Veldbies, Hengel, Gewöhnlicher Brem, Struikheide sowie Blaubeere. Diese Vegetation ist charakteristisch für die trockenen, nährstoffarmen Böden der Region und trägt zur Eigenart des Naturraums bei. Die Kluckensteine selbst sind Teil eines größeren geologischen Kontexts, der auch die umliegenden Naturräume und Wandergebiete mit einbezieht.

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