Denkmal/Gedenkstätte

Haus Löwenstein

Markt 39, 52062 Aachen

Tipps

  • Das Haus Löwenstein am Markt 41 in Aachen ist eines der wenigen gotischen Bauwerke, die den Stadtbrand von 1656 überstanden haben.
  • Gegenüber dem Rathaus gelegen, lohnt sich ein Blick auf die sehenswerte gotische Fassade des Hauses.
  • Im Haus befinden sich staufische Kellergewölbe, die auf eine mögliche ursprüngliche Nutzung als Gaststätte oder Weinhaus hinweisen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Haus Löwenstein

Das Haus Löwenstein in Aachen ist eines der bedeutendsten erhaltenen gotischen Bauwerke der Stadt und zählt neben dem Aachener Dom und dem Rathaus zu den wenigen Bauten, die den verheerenden Stadtbrand von 1656 unbeschadet überstanden haben. Es befindet sich am Markt in unmittelbarer Nähe zum Rathaus und wurde zeitgleich mit diesem errichtet. Die Fassade des Gebäudes am Markt Nr. 41, Ecke Pontstraße, beeindruckt durch ihre mittelalterliche Architektur und zeugt von der Baukunst des 14. Jahrhunderts.

Ursprünglich diente das Gebäude vermutlich als Gaststätte oder Weinhaus, was sich aus den erhaltenen staufischen Kellergewölben erschließen lässt. Später wurde es zu einem Wohnhaus für wohlhabende Bürger umfunktioniert. Der Name „Löwenstein“ leitet sich von Anna Löwenstein ab, der ersten bekannten Besitzerin. Die Familie gilt als Adelsgeschlecht, das sich durch den Zusatz „Stein“ vom damals üblichen Holz- und Lehmhausbau abhob, da das Gebäude aus festem Bruchstein errichtet wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Haus mehrfach den Besitz und diente unter anderem als Treffpunkt einer Zunft sowie in reformatorischer Zeit als Versammlungsort für lutherische Gottesdienste.

Im späten 19. Jahrhundert wurde das Haus Löwenstein mit dem benachbarten Haus Zum Wolf zusammengeführt, erhielt jedoch im Zuge einer umfassenden Restaurierung in den 1970er Jahren unter Leitung von Leo Hugot seine ursprüngliche Fassade zurück. Dabei wurden auch die Wappen ehemals eigenständiger, später eingemeindeter Gebiete angebracht. Eine weitere Besonderheit ist die Figur des heiligen Nepomuk in einer Nische unterhalb des Ecktürmchens, die auf das Jahr 1747 datiert. Heute beherbergt das Gebäude Räumlichkeiten für städtische Institutionen sowie das Zentrale Karnevalsarchiv und -Museum des Ausschusses Aachener Karneval.

Das Haus Löwenstein ist ein geschichtsträchtiges Zeugnis der Aachener Stadtentwicklung und genießt als architektonisches Juwel des Mittelalters höchste Aufmerksamkeit. Es ist in der Denkmalliste der Stadt unter der Nummer 2321 verzeichnet und steht somit unter besonderem Schutz. Die Erhaltung und Pflege dieses Kulturdenkmals spiegelt die Bemühungen der Stadt wider, die reiche Baugeschichte und kulturelle Identität Aachens für künftige Generationen zu bewahren.

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