Max Salomon
Highlights
- Max Salomon, geboren 1906 in Aachen, war ein talentierter Fußballer von Alemannia Aachen und Bezirksmeister von 1931.
- Als Jude gezwungen, den Verein zu verlassen, floh er mehrfach vor der NS-Verfolgung, kehrte jedoch letztlich nach Aachen zurück.
- 1942 sollte er nach Auschwitz deportiert werden, seine Spur verlor sich; er gilt als Zwangsarbeiter in Oberschlesien ums Leben gekommen.
Tipps
- Besucher können den Stolperstein für Max Salomon am ehemaligen Wohnsitz in Aachen finden.
- Die Ausstellung zur Alemannia Aachen im Nationalsozialismus zeigt den Lebensweg von Max Salomon.
- Informationen über Max Salomon gibt es im Rahmen der Gedenkstättenarbeit in Aachen.
Eigenschaften
Über Max Salomon
Max Salomon war ein in Aachen geborener Fußballspieler jüdischer Herkunft, der bereits in jungen Jahren zur ersten Mannschaft der Alemannia Aachen aufstieg. Mit nur 18 Jahren gelang ihm der Sprung in die Profimannschaft, wo er als talentierter Stürmer schnell Anerkennung fand. Gemeinsam mit weiteren Mitspielern feierte er mit dem Verein 1931 den Titel des Bezirksmeisters des Rheinlands. Zu dieser Zeit etablierte sich Salomon als wichtiger Akteur im sportlichen Leben der Stadt.
Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten verschlechterte sich seine Situation schlagartig. Im Jahr 1933 wurde er gezwungen, den Fußballverein zu verlassen, da er jüdischer Abstammung war. Um der wachsenden Verfolgung zu entgehen, floh er zunächst in die Niederlande und später in die Belgien. Aufgrund fehlender Aufenthaltsgenehmigungen kehrte er jedoch wieder nach Aachen zurück. Wegen sogenannter „Rassenschande“ wurde er rechtskräftig zu einer Haftstrafe in einem Zuchthaus verurteilt. Danach floh er erneut, diesmal in Richtung Frankreich, um den nationalsozialistischen Repressalien zu entkommen.
Im Jahr 1940 wurde Salomon von den deutschen Besatzern in Frankreich interniert. Zwei Jahre später stand sein Name auf einer Transportliste in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Seine Spur geht ab diesem Zeitpunkt verloren. Es wird angenommen, dass er während eines Zwangsarbitseins in Oberschlesien ums Leben kam. Max Salomon wurde damit eines der vielen Opfer des Holocaust, das auch die jüdische Gemeinde in Aachen schwer traf.
Im Jahr 2017 wurde sein Schicksal erstmals öffentlich thematisiert, als eine Ausstellung über die Zeit der Alemannia Aachen unter dem Nationalsozialismus ihren Fokus auch auf ihn legte. Diese würdigte nicht nur seine sportlichen Leistungen, sondern auch seinen Weg als Verfolgter des Regimes. 2019 erinnerte ein Stolperstein, verlegt vom Künstler Gunter Demnig, an der Stelle seines letzten Wohnsitzes in Aachen an sein Leben. Auch sein Bruder Robert, der ebenfalls Fußballer bei Alemannia Aachen war, wurde Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.