Nekrei
Highlights
- Die Ausstellung ‚Nekrei‘ zeigt 150 postkoloniale Objekte indigener Völker Brasiliens – Federschmuck, Masken und Waffen aus dem Amazonasgebiet.
- Einzigartige Dauerausstellung in Europa: 350 m² präsentieren Kunsthandwerk der Stämme Xingu, Kayapo, Yanomami und Matis in vier thematischen Räumen.
- Die Sammlung gehört einer brasilianischen Stiftung und wurde mit Wissen der FUNAI legal vor 1973 erworben oder geschenkt – unter Einhaltung brasilianischer Kulturgutschutzregeln.
Tipps
- Die Ausstellung ‚Nekrei‘ zeigt auf 350 Quadratmetern eine Sammlung von 150 postkolonialen Objekten indigener Völker aus dem Amazonasgebiet Brasiliens.
Eigenschaften
Kultur & Museum in Nekrei bei Aachen entdecken
In der historischen Nadelfabrik von Aachen präsentiert die Dauerausstellung „Nekrei“ eine einzigartige Sammlung indigener Kunst aus dem Amazonasgebiet Brasiliens. Auf einer Fläche von 350 Quadratmetern bietet sie einen tiefen Einblick in die lebendige Kultur der dortigen Völker – ohne kolonialen Kontext, sondern als postkoloniale Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens. Die Ausstellung ist die erste und einzige permanente Präsentation dieser Art in Europa, die sich explizit auf die Dynamik indigener Gemeinschaften konzentriert.
Die Sammlung umfasst über 150 Objekte, darunter farbenprächtige Federschmuckstücke, handgefertigte Holzskulpturen, traditionelle Masken, filigrane Korbwaren und Waffen. Sie sind in vier thematischen Räumen arrangiert, die jeweils einem Stamm oder einer Region gewidmet sind: Sala 1 Xingu, Sala 2 Kayapo, Sala 3 Yanomami und Sala 4 Matis. Alle Stücke stammen aus dem Besitz der brasilianischen Fundação Pavel und wurden entweder von der Familie Pavel erworben oder als Geschenke indigener Künstler erhalten – stets in Übereinstimmung mit brasilianischem Recht und unter Einbindung der FUNAI (Fundação Nacional do Índio).
Der Ausstellung liegt ein besonderer Auftrag zugrunde: Sie soll nicht nur kulturelle Vielfalt sichtbar machen, sondern auch auf die drängenden Herausforderungen des Amazonas-Regenwaldes aufmerksam machen. Durch die Schönheit der Exponate wird die Bedrohung der indigenen Lebensräume durch Abholzung und Umweltzerstörung thematisiert – ein Appell für den Erhalt dieser einzigartigen Ökosysteme und ihrer Bewohner. Die Präsentation erfolgt unter Schirmherrschaft des brasilianischen Generalkonsulats und in Zusammenarbeit mit dem WWF Deutschland, wobei alle rechtlichen Vorgaben zum Kulturgutschutz und Artenschutz eingehalten werden.
Die Objekte wurden erstmals 1998 im Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen gezeigt und später im Max Ernst Museum in Brühl rezipiert. Bei beiden Gelegenheiten arbeiteten lokale Unternehmen wie die Rheinnadel GmbH mit, die die Ausstellung als Teil ihres gesellschaftlichen Engagements initiierte. Die aktuelle Dauerausstellung in der Nadelfabrik setzt diese Tradition fort und unterstreicht den Anspruch, indigenes Wissen und ästhetische Traditionen als zeitgemäße kulturelle Vermittlung zu präsentieren – stets im Dialog mit brasilianischen Behörden und internationalen Partnern.
Besucher erhalten hier nicht nur einen Einblick in eine faszinierende Kunstwelt, sondern auch eine Aufforderung, die globale Verantwortung für indigene Gemeinschaften und ihre Lebensräume zu reflektieren. Die Ausstellung verbindet historische Sammlungstradition mit aktueller Klimadebatte und zeigt, wie Kunst als Medium des Bewusstseins kann – für eine nachhaltige Zukunft.