Tieranatomisches Theater
Highlights
- Das 1790 erbaute Tieranatomische Theater ist Baudenkmal und seit 2012 Bühne des Zentrums für Kulturtechnik der Humboldt-Universität für transdisziplinäre Wissensformate.
- Als Museum ohne eigene Sammlung verbindet es universitäre Sammlungen mit Ausstellungen, Performances und partizipativen Projekten wie dem wachsenden Hörarchiv zu Campus-Nord-Erinnerungen.
- Der Ort fördert inklusive, dekoloniale und ökologische Perspektiven durch experimentelle Formate wie ‚Flechtwerk der Dinge‘ oder ‚DEEP_ABILITIES‘ – Zugänge zu Sammlungen neu gedacht.
Tipps
- Der barrierearme Zugang erfolgt über die Philippstraße 13, wobei der Hauptweg für Rollstuhlfahrer*innen aktuell durch einen Bauzaun eingeschränkt ist.
- Das ‚Flechtwerk der Dinge‘ zeigt als Dauerausstellung wechselnde Bezüge zwischen den Sammlungen der Humboldt-Universität und aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen.
Eigenschaften
Tieranatomisches Theater Philippstraße 13 – Kultur-Ausflug Berlin
Das Tieranatomische Theater an der Philippstraße 13/Haus 3 ist ein einzigartiger Ort der Wissenschaftsgeschichte und kulturellen Begegnung am Campus Nord der Humboldt-Universität zu Berlin. Ursprünglich 1790 als anatomisches Theater für die veterinärmedizinische Lehre errichtet, gehört es heute als Bühne des Zentrums für Kulturtechnik wieder zur universitären Landschaft. Als Baudenkmal verbindet es historische Architektur mit zeitgenössischer Wissenskultur und dient als Plattform für Ausstellungen, Performances, Konzerte und interdisziplinäre Dialoge.
Das TA T öffnet wissenschaftliche Sammlungen der Universität für neue Perspektiven und fördert die transdisziplinäre Erschließung von Wissen. Im Fokus stehen dabei marginalisierte Wissensformen, ökologische und dekoloniale Ansätze sowie inklusive Teilhabe. Die Dauerausstellung *„Flechtwerk der Dinge“* verknüpft Sammlungen der Universität dynamisch und lädt zur Reflexion über historische und aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen ein. Durch Workshops, Hörarchive und künstlerische Projekte wird der Ort zu einem Raum des kollektiven Denkens und des Dialogs.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Barrierefreiheit und der Einbindung vielfältiger Öffentlichkeiten. Aktuell ist der Zugang für Rollstuhlfahrer*innen durch Bauarbeiten eingeschränkt, doch das TA T setzt sich für barrierearme Zugänge ein – etwa durch freiwillige Angebote in verschiedenen Sprachen oder inklusive Ausstellungsformate wie *„DEEP_ABILITIES“*, das mit blinden und sehbehinderten Personen die Tiefseeökologie erkundet. Das Hörarchiv *„Erinnerungen an diesen Ort“* dokumentiert zudem Geschichten von Studierenden, Künstler*innen und Nachbar*innen, um das kulturelle Gedächtnis des Standorts lebendig zu halten.
Als Museum ohne eigene Sammlung nutzt das TA T die universitären Bestände als Ausgangspunkt für experimentelle Wissensformen. Ausstellungen entstehen hier oft im Prozess der Forschung, etwa durch künstlerische Interventionen wie *„Archive of Divine Possessions“* von Bhasha Chakrabarti oder performative Formate wie die *„Gute Nacht Versammlung“* während der Langen Nacht der Museen. Durch diese Verknüpfung von Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft wird das Tieranatomische Theater zu einem Ort, der historische Kontinuitäten mit gegenwärtigen urbanen und sozialen Debatten verbindet.
Das TA T ist damit nicht nur eine historische Stätte, sondern ein lebendiger Knotenpunkt für kulturellen Austausch – ein Ort, der Wissenschaft zugänglich macht und gleichzeitig Raum für kritische Reflexion über Macht, Darstellung und Teilhabe bietet. Als Teil des Zentrums für Kulturtechnik der Humboldt-Universität trägt es dazu bei, Sammlungen und Wissen neu zu denken und einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln.