Trainmeusler Brunnen
Highlights
- Der Trainmeuseler Brunnen ist eine Schichtquelle auf der Albhochfläche im Naturpark Fränkische Schweiz.
- Er versorgte bis 1923 die Bewohner von Trainmeusel und wird heute als Osterbrunnen geschmückt.
- Geologisch bedingt ist die Quelle eine Besonderheit in der karstierten Region.
Tipps
- Der Trainmeuseler Brunnen liegt am Franz-Josef-Kaiser-Wanderweg und ist über einen blau markierten Weg gut erreichbar.
- Eine Infotafel vor Ort erklärt die geologischen Besonderheiten und die historische Nutzung der Quelle.
- Zu Ostern wird der Brunnen traditionell als Osterbrunnen geschmückt und lädt zu einem kurzen Abstecher ein.
Eigenschaften
Über Trainmeusler Brunnen
Der Trainmeusler Brunnen befindet sich im Gemeindeteil Trainmeusel der oberfränkischen Marktgemeinde Wiesenttal im Landkreis Forchheim, Bayern. Die Schichtquelle liegt im Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura auf einer Höhe von etwa 422 Metern über NHN. Sie ist rund 800 Meter nordwestlich von Trainmeusel im Gewann Brunnteich zu finden. Der Brunnen ist als Naturdenkmal (ND-) ausgewiesen und Teil des Landschaftsschutzgebietes LSG Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst.
Der Quellaustritt ist steinern gefasst und durch ein Gitter gesichert. Die Schüttung ist gering, das Wasser fließt in ein kleines Becken und von dort vermutlich entlang einer Talkerbe etwa 120 Höhenmeter abwärts in Richtung Wiesent. Der Trainmeusler Brunnen ist die einzige bekannte Quelle auf der gesamten Albhochfläche innerhalb des Gemeindegebiets von Wiesenttal. Geologisch entsteht die Quelle durch ein lokal eingeschobenes Mergelpaket im subrodierten Weißjura, das aufgrund seines Tonanteils das Wasser staut und an der Hangkante austreten lässt.
Bis ins Jahr 1923 versorgte der Brunnen die Bewohner von Trainmeusel sowie die damals vorhandenen Hüttungen mit Trinkwasser. Es gab keine Wasserleitungen, weshalb das Wasser manuell transportiert werden musste. In trockenen Jahren wurde der Brunnen zeitweise gesperrt und das Wasser rationiert. Historisch könnte die nahegelegene Burg Neideck über eine etwa 1300 Meter lange Teichelleitung aus Eichenstämmen Wasser aus dem Brunnen bezogen haben.
Heute wird der Brunnen gelegentlich von Wanderern aufgesucht, die den mit blauem Strich markierten Franz-Josef-Kaiser-Weg zwischen Streitberg und Trainmeusel beschreiten. Vor Ort informiert eine Infotafel über die lokale Hydrogeologie sowie die historische Nutzung der Quelle. Traditionell wird der Brunnen zu Ostern als Osterbrunnen geschmückt, was ihn zu einem kulturellen Anlaufpunkt anlässlich der Osterfeiertage macht.