Evangelische Kirchengemeinde
Highlights
- Die evangelische Kirchengemeinde Hoppegarten-Hönow umfasst die historische Feldsteinkirche Hönow, eine gotische Kirche mit Dachstuhl aus 1320 und dem ältesten Kirchbuch von 1695.
- Die Gemeinde nutzt seit 2005 ein renoviertes Gemeindehaus (ehemalige Kita/Dorfschule) mit barrierefreiem Zugang und moderner Infrastruktur für Veranstaltungen und Gottesdienste.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang zum Gemeindehaus erfolgt über eine Rampe auf der Hofseite, die einen rollstuhlgerechten Einstieg ermöglicht.
- Die historische Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert verfügt über einen gotischen Westturm, der durch einen großen Bogen mit dem Kirchenschiff verbunden ist.
- Auf dem Kirchhof befinden sich Grabstätten aus mehreren Jahrhunderten, die die langjährige Verbindung der Gemeinde mit der Region widerspiegeln.
Eigenschaften
Evangelische Kirche Hoppegarten-Hönow: Kultur & Geschichte
Die Evangelische Kirchengemeinde Hoppegarten-Hönow ist ein historisch bedeutsames Zentrum des christlichen Lebens im Berliner Umland und eng mit der über 750-jährigen Tradition der Hönower Dorfkirche verbunden. Das älteste Gebäude der Gemeinde ist die Feldsteinkirche, deren Ursprünge bis ins späte Mittelalter zurückreichen. Die Kirche entstand vermutlich an einer vorchristlichen Kultstätte, wobei Zisterziensermönche aus dem Kloster Zinna eine schlichte, turmlose Anlage errichteten – ein typisches Merkmal ihrer Bauweise. Später wurde der markante Westturm in Schiffsbreite hinzugefügt, der durch einen gotischen Bogen mit dem Längsschiff verbunden ist. Besonders beeindruckend ist der Dachstuhl über dem Chor, der auf das Jahr 1320 datiert wird und damit zu den ältesten erhaltenen Bauteilen zählt.
Die Kirche ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein Zeugnis regionaler Geschichte. Ursprünglich diente sie fünf Bauernfamilien, deren Nachfahren jahrhundertelang auf dem umgebenden Kirchhof ihre letzte Ruhestätte fanden. Die älteste erhaltene Glocke stammt aus dem Jahr 1473 und überstand bis ins 20. Jahrhundert, während eine historische Turmuhr mit weit sichtbaren Zifferblättern – ursprünglich aus dem 19. Jahrhundert – nach Kriegszerstörungen teilweise wiederhergestellt wurde. Die Schwelle der Kirchentür liegt auf „mittelalterlichem Niveau“, was auf die ursprüngliche Bauhöhe hinweist. Seit 1987 steht die Dorfkirche unter Denkmalschutz und wird im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen für den Dorfkern kontinuierlich gepflegt.
Das Herz der Kirchengemeinde schlägt heute im Gemeindehaus, das 2005 in der ehemaligen Kita und Dorfschule bezugsfertig wurde. Die Aufteilung wurde modernisiert, um barrierefreien Zugang zu gewährleisten: Eine rollstuhlgerechte Rampe und ein neuer Eingang auf der Hofseite ergänzen die historischen Räumlichkeiten. Die Küche wurde 2019 komplett erneuert, während der ehemalige Heizungsvorbau abgerissen und durch einen funktionalen Anbau ersetzt wurde. Das Gemeindehaus bietet heute nicht nur Raum für Gottesdienste, sondern auch für Begegnungen, Veranstaltungen und die Arbeit von Kirchenkreisen – ein lebendiger Ort für die lokale Gemeinschaft.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Orgel, die nach einer längeren Pause durch die Initiative des Organisten Harald Berghausen wieder zu alter Pracht zurückgeführt wurde. Nach technischen Herausforderungen in den 1990er-Jahren gelang es, das Instrument schrittweise zu restaurieren: 2002 wurde ein neuer Windmotor installiert, und 2003 wurden die pneumatischen Membranen erneuert, die seit Jahrzehnten im Einsatz waren. Heute bereichert die Orgel mit ihrer farbigen Klangwelt Konzerte und Gottesdienste und ist ein zentrales Element des kulturellen Erbes der Kirchengemeinde.
Die Evangelische Kirchengemeinde Hoppegarten-Hönow lebt von der Verbundenheit ihrer Mitglieder, die sich seit Generationen für den Erhalt des historischen Erbes einsetzen – sei es durch Spenden, ehrenamtliches Engagement oder handwerkliche Sanierungen. Ob bei der Pflege der Feldsteine, der Restaurierung der Orgel oder der Gestaltung des Gemeindehauses: Hier wird Geschichte bewahrt, weitergegeben und im Alltag lebendig. Die Kirche und ihr Umfeld sind nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein Stück Identität für die Region – ein Ort, der Einblicke in die Vergangenheit bietet und gleichzeitig Raum für die Zukunft schafft.