Denkmal/Gedenkstätte

Schifferkirche

Friedhof, Paetowweg 4, 18347 Ahrenshoop

Highlights

  • Die Schifferkirche Ahrenshoop wurde 1950/51 vom Architekten Hardt-Waltherr Hämer entworfen und erbaut.
  • Sie liegt am östlichen Dorfrand unterhalb des Schifferbergs und wurde am 14. Oktober 1951 eingeweiht.
  • Nach umfangreicher Sanierung ab 2005 wurde die Kirche erweitert und an Sicherheit sowie Funktion angepasst.

Tipps

  • Die Schifferkirche in Ahrenshoop ist eine besondere Holzkirche mit moderner Architektur und beeindruckender Lichtführung, die 1950/51 erbaut wurde.
  • Interessant ist die versteckte Orgel im Schrank sowie die Schiffsmodelle im Innenraum, die zur maritimen Geschichte passen.
  • Donnerstags um 12.00 Uhr findet ein Friedensgebet statt, sonntags um 9.00 Uhr ein Gottesdienst – beides lohnt ein Besuch.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Schifferkirche

Die Schifferkirche in Ahrenshoop ist ein bemerkenswerter Kirchenbau im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, gelegen im Kreis Vorpommern-Rügen. Der Entwurf stammt von dem Architekten Hardt-Waltherr Hämer, der den Bau in den Jahren 1950/51 realisierte. Die Planung begann bereits 1949 unter dem damaligen Prerower Pastor Wilhelm Pless. Aufgrund staatlicher Restriktionen in der DDR war der Bauprozess geprägt von Behördenhindernissen, Materialmangel und zeitweiligen Baustopps. Dennoch konnte die Kirche 1951 geweiht werden. Sie steht am östlichen Dorfrand unterhalb des Friedhofs am Fuße des Schifferbergs, der höchsten Erhebung in Ahrenshoop.

Der Kirchenbau besteht aus sechs ursprünglichen, später um ein siebtes Joch erweiterten Dreigelenkbindern aus Holz mit Stahllaschen. Die Spitzbögen und sichtbaren hölzernen Rippen verleihen dem Gebäude einen gotischen Charakter. Das Dach ruht auf einem Fundament aus Betonbrocken, während Wände und Decken aus übereinandergestülpten Brettern gefertigt sind. Im Inneren dominieren Ziegelsteinpflasterung und eine leicht erhöhte Altarzone. Die westliche Giebelseite ist vollständig verglast und beherbergt eine kleine Empore. Die östliche Sakristei sowie das Pfeifenwerk der Orgel sind vom Hauptkirchenraum abgetrennt. Zwei schmale Fensterbahnen sorgen für gezielte Lichtführung am Altar. Die Außenmaße betragen nach der Erweiterung 15 Meter Länge und acht Meter Breite, die Firsthöhe liegt bei acht Metern.

Im Zuge des 50-jährigen Bestehens wurde ein umfassender Sanierungsprozess initiiert, der 2005 begann. Dabei wurde der ursprüngliche Architekt erneut beauftragt, um die historische Bausubstanz zu bewahren und gleichzeitig moderne Sicherheits- und Nutzungskriterien zu erfüllen. Neben der räumlichen Erweiterung um ein Joch entstand auch ein Glockenstapel südlich der Kirche. Dieser steht auf einem mandelförmigen Steinsockel und beherbergt drei Glocken der Töne fis², a² und d³ von der Glockengießerei Bachert. Die Glocken sind zwischen zwei geneigten Cortenstahlplatten positioniert, die an Arbeiten des Künstlers Richard Serra erinnern. Auch dieser Entwurf stammt von Hardt-Waltherr Hämer.

Die Ausstattung der Kirche ist schlicht, aber durchdacht gestaltet. Die Orgel ist unauffällig im sogenannten „Schrank“ untergebracht, was ihre Akustik nicht beeinträchtigt. Besondere Aufmerksamkeit gilt der modernen Lichtführung, die den Innenraum in stimmungsvolles Licht taucht. Die Kirche dient nicht nur als Gotteshaus, sondern auch als kultureller Anziehungspunkt. Regelmäßige Friedensgebete und Gottesdienste unterstreichen ihre Bedeutung für die Gemeinde und Besucher. Die ruhige Lage und die zurückhaltende, dennoch expressive Architektur machen die Schifferkirche zu einem Ort der Besinnung abseits des touristischen Trubels an der Ostsee.

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