Die Queichlinien
Highlights
- Der Steinbruch Albersweiler bietet Lebensraum für bedrohte Amphibien wie die Gelbbauchunke und die Kreuzkröte.
- In der kargen Landschaft haben sich seltene Arten wie der Steppengrashüpfer angesiedelt.
- Mauereidechsen und Schlingnattern finden hier geeignete Nist- und Lebensräume entlang der Steinbruchrampen.
Eigenschaften
Über Die Queichlinien
Die Queichlinien befinden sich im Ort Albersweiler im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Es handelt sich hierbei um einen ehemaligen Steinbruch, der heute vorrangig als Naturschutzprojekt und Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten genutzt wird. Obwohl der Steinabbau noch aktiv ist, wird der Standort zunehmend zu einem wichtigen Rückzugsort für heimische und teilweise bedrohte Arten. Die Fläche des Steinbruchs ist relativ klein, umfasst jedoch aufgrund seiner besonderen ökologischen Lage eine hohe biologische Vielfalt.
Der Steinbruch erstreckt sich am Ostrand des Pfälzerwaldes und grenzt direkt an bewohnte Gebiete. Auf den ersten Blick wirkt die karge Landschaft unpersönlich, doch genau diese Struktur bietet ideale Bedingungen für spezialisierte Tierarten. Besonders hervorzuheben ist das Vorkommen der Gelbbauchunke, einer selten gewordenen Amphibienart, deren ursprüngliche Lebensräume in der Region weitgehend verschwunden sind. Auch Kreuz- und Wechselkröten haben hier noch Restpopulationen. Die Gewässer im Steinbruch dienen nicht nur der Feuchtigkeit, sondern auch der Kühlung und Bewässerung – ein entscheidender Faktor in der trockenen Umgebung.
Neben den Amphibien beherbergt der Steinbruch eine Vielzahl weiterer Tierarten. Die Mauereidechse ist hier zahlreich vertreten und profitiert von den sonnigen Steinflächen und angrenzenden Vegetationszonen. Diese Eidechsen sind wiederum die Nahrungsgrundlage der Schlingnatter, die sich in kleiner Anzahl im Gebiet hält. Besonders bemerkenswert ist zudem das Vorkommen des Steppengrashüpfers, einer seltenen Heuschreckenart, die an die kargen Lebensbedingungen des Felsrasens angepasst ist. Solche Biotope waren früher in der Region verbreitet, sind heute jedoch nahezu verschwunden.
Die Queichlinien sind vom Bahnhof Albersweiler aus gut zu erreichen, bieten jedoch keinen Zutritt in den aktiven Abbaugebieten. Ein Rundweg entlang der Abbruchkante ermöglicht Einblicke in das über 100 Meter tiefe Becken und den Blick auf die umliegende Landschaft, darunter im Hintergrund die Burg Trifels bei Annweiler. Aufgrund der Sprengarbeiten in der Gegend gibt es immer wieder Kritik von Anwohnern, was die Lärmbelastung betrifft. Dennoch bleibt der Steinbruch ein wichtiges ökologisches Element in der Kulturlandschaft zwischen Weinbau und Wald.