Denkmal/Gedenkstätte

Berliner Stadtmauer

Littenstraße 79A, 10179 Berlin

Highlights

  • Die Berliner Stadtmauer entstand im 12. Jahrhundert und umgab die Doppelstadt Berlin-Kölln.
  • Sie war bis zu fünf Meter hoch, mit Schießscharten, Türmen und mehreren Stadttoren.
  • Im 17. Jahrhundert wurde sie geschleift und durch eine neue Festungsanlage ersetzt.

Tipps

  • Die Berliner Stadtmauer verlief historisch entlang der Waisenstraße und des Spreekanals – heute noch an Teilstücken sichtbar.
  • Ehemalige Stadttore und Mauerzüge lassen sich entlang des ehemaligen Verlaufs bis zur Burgstraße und Friedrichsgracht verfolgen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Berliner Stadtmauer

Die Berliner Stadtmauer zählt zu den bedeutenden historischen Zeugnissen der Stadt Berlin. Ursprünglich im Mittelalter errichtet, umgab sie die damaligen Städte Berlin und Kölln und bildete eine befestigte Grenze gegen äußere Bedrohungen. Die Mauer entstand schrittweise und wurde im Laufe der Jahrhunderte ausgebaut und verändert. Ursprünglich dienten Wälle, Palisaden und Gräben als Schutz, ehe ab dem 13. Jahrhundert eine steinerne Stadtmauer errichtet wurde, die später teilweise aus Ziegelsteinen bestand und bis zu fünf Meter Höhe erreichte. Zur Verteidigung wurden Schießscharten, Türme und Wieckhäuser integriert.

Die Anlage verlief östlich der Spree und folgte im Wesentlichen den Linien der heutigen Waisenstraße sowie parallel zur Trasse der Stadtbahn. Auf Köllner Seite zog sich die Mauer entlang des Spreekanals, der heutigen Friedrichsgracht, bis zur Schleusenbrücke. Im Norden endete sie bei der Burgstraße. Im Zuge städtebaulicher Veränderungen wurde die Mauer im 17. Jahrhundert abgetragen und durch eine neue Festungsanlage ersetzt, die ihrerseits ab 1734 ebenfalls abgerissen wurde. Einige Mauerreste, insbesondere zwischen Litten- und Waisenstraße, sind bis heute erhalten geblieben und wurden 1948 unter Denkmalschutz gestellt, da sie in späterer Zeit als Begrenzungsmauern von Gebäuden weitergenutzt wurden.

Die Stadtmauer verfügte über mehrere Tore, die den Zugang zur befestigten Stadt regelten. Auf der Berliner Seite gab es das Spandauer Tor im Norden, das Oderberger Tor (später Königstor) im Nordosten sowie das Stralauer Tor im Südosten. Auf der Köllner Seite standen das Köpenicker Tor im Süden und das Gertraudentor im Südsüdwesten. Mit der ersten Stadterweiterung entstand zudem das Neue Tor, später auch Neustädtisches Tor genannt, und im 17. Jahrhundert das Leipziger Tor. Im Zuge des Baus der Berliner Festung wurden diese Tore an neue Positionen vor die Wallanlage verlegt und teils unter geänderten Namen neu erbaut, bevor sie im weiteren Stadtumbau verschwanden.

Heute erinnern nur noch wenige sichtbare Reste an die einstige Bedeutung der Berliner Stadtmauer. Dennoch bleibt sie ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte und ein Zeugnis der mittelalterlichen Stadtentwicklung. Die erhaltenen Mauerabschnitte und die historischen Bezugspunkte in der Straßenlage laden dazu ein, die Spuren der Vergangenheit im heutigen Berlin zu entdecken und die Anfänge der Stadt nachzuvollziehen. Besucher erhalten so einen Einblick in eine frühe Phase der Berliner Geschichte, die über die bekanntere jüngere Geschichte hinausreicht.

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