Denkmal/Gedenkstätte

Jesuitenresidenz Kastl

Klosterburg 2, 92280 Kastl

Highlights

  • Die Jesuitenresidenz Kastl entstand nach der Säkularisierung des Benediktinerklosters 1773.
  • Das Gelände diente von 1958 bis 2007 als „Ungarisches Gymnasium“.
  • Seit 2023 ist die Klosterburg Sitz der Hochschule für den öffentlichen Dienst Bayern im Bereich Polizei.

Tipps

  • Die Klosteranlage ist weitgehend frei zugänglich und lädt zu einem Spaziergang mit historischem Ambiente ein.
  • In der Kirche befindet sich die gut erhaltene Mumie der kleinen Anna, Tochter von König Ludwig.
  • Von der Burg aus bietet sich ein beeindruckender Blick ins Lauterachtal.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Jesuitenresidenz Kastl

Die Jesuitenresidenz Kastl befindet sich auf einer langgestreckten Dolomitkuppe über dem Lauterachtal im Landkreis Amberg-Sulzbach in Bayern. Die Anlage geht auf eine Burg zurück, die vermutlich in karolingischer Zeit erbaut wurde. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Burg zu einem Benediktinerkloster, das im Mittelalter zu den einflussreichsten und reichsten Klöstern des Heiligen Römischen Reiches zählte. Nach dem Ende der Benediktiner im 16. Jahrhundert wurde das Kloster zeitweise Sitz verschiedener Institutionen, darunter ab dem 18. Jahrhundert die Jesuitenresidenz Kastl, bis diese 1773 aufgelöst wurde.

Die heute sichtbare Bausubstanz vereint verschiedene Epochen der langen Geschichte des Ortes. Neben den Resten der ursprünglichen Burganlage sind später errichtete Gebäude wie der im 14. Jahrhundert erbaute Torturm erhalten. Besonders beeindruckend ist die große Kirche innerhalb der Anlage, in der unter anderem die Mumie eines Kindes aus dem 12. Jahrhundert aufbewahrt wird. Es handelt sich um die gut erhaltene Mumie der kleinen Anna, einer Tochter von König Ludwig IV., die im Säuglingsalter verstarb. Die Kirche sowie zahlreiche informative Tafeln bieten Einblicke in die reiche Vergangenheit des Klosters.

Die Klosteranlage ist weithin sichtbar und bietet von ihren Außenbereichen eine schöne Aussicht ins Tal. Teile des Geländes sind für Besucher zugänglich, wobei sowohl die architektonischen Elemente als auch die historische Atmosphäre viel Raum für Entdeckungen bieten. Die Kombination aus Burg, Klosterkirche und kultureller Nutzung über die Jahrhunderte hinweg macht die Jesuitenresidenz Kastl zu einem bemerkenswerten Zeugnis der Region.

Heute wird das Gelände vom Freistaat Bayern als Hochschule für den öffentlichen Dienst im Bereich der Polizeiausbildung genutzt. Zuvor erfolgte eine umfassende Sanierung und Umnutzung, die den Erhalt der Bausubstanz sicherte. Die Anlage ist unter der Aktennummer D-3-71-132-21 als Baudenkmal verzeichnet, archäologische Funde im Bereich des ehemaligen Klosters sind zudem als Bodendenkmal unter der Nummer D-3-6636-0070 registriert.

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