Parks & Gärten

Waldville

53913 Swisttal

Highlights

  • Waldville ist Teil des EU-Vogelschutzgebiets Kottenforst-Waldville in Nordrhein-Westfalen.
  • Das Gebiet schützt unter anderem Hainsimsen-Buchenwald und seltene Eichen-Hainbuchenwälder.
  • Lebensräume umfassen naturnahe Wälder, Maare und Quellsümpfe mit bedrohten Tierarten.

Tipps

  • Während des Spaziergangs oder Radfahrens auf bestehenden Wegen bleiben, um den empfindlichen Naturraum zu schonen.
  • An Wochenenden ist das Gebiet stark frequentiert – frühe Ankunft erhöht die Chancen auf ungestörte Naturerlebnisse.
  • Beim Beobachten von Tieren oder Pflanzen sollten Verhaltensrichtlinien für Naturschutzgebiete beachtet werden.

Eigenschaften

Outdoor Familie Entspannt Ganzjährig

Über Waldville

Waldville ist ein Naturschutzgebiet im rheinland-pfälzischen Swisttal und gehört zum umfangreichen Waldreservat Kottenforst-Waldville. Es erstreckt sich auf einer Fläche von rund 927 Hektar und gilt als eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete im Naturraum des Rhein-Sieg-Kreises in Nordrhein-Westfalen. Das Gebiet wurde bereits 1998 unter Schutz gestellt und ist zudem Teil eines Europäischen Vogelschutzgebietes, das 2004 durch das Regierungspräsidium Köln ausgewiesen wurde. Waldville liegt südöstlich der Bundesautobahn 565 und grenzt im Nordwesten an Heimerzheim, die größte Ortschaft der Gemeinde Swisttal.

Das Landschaftsbild von Waldville wird geprägt von großflächigen Eichen-Hainbuchenwäldern, naturnahen Altholzbeständen sowie kleinen, meist sommertrockenen Waldtümpeln, sogenannten „Maaren“. Hinzu kommen Quellsiepen, steile Kerbtäler, Erlen-Auwälder und Quellsümpfe, die ein vielfältiges Ökosystem bilden. Zu den Lebensraumtypen zählen unter anderem der Hainsimsen-Buchenwald, der Stieleichen-Hainbuchenwald sowie natürliche eutrophe Seen. Diese Vielfalt an Biotopen trägt dazu bei, dass das Gebiet eine hohe ökologische Bedeutung besitzt und Lebensraum für zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten bietet.

Im Schutzgebiet brüten unter anderem der Grauspecht, der Mittelspecht sowie der seltene Schwarzspecht. Für den Erhalt dieser Brutvögel sind ausgedehnte Laub- und Mischwälder mit hohem Alt- und Totholzanteil entscheidend. Die Erhaltung naturnaher Strukturen, wie Höhlenbäume, lichte Waldbereiche und Grünlandflächen, trägt dazu bei, das Nahrungsangebot für die Tierwelt langfristig zu sichern. Neben der ökologischen Funktion dient das Gebiet auch der Erhaltung seltener Pflanzenarten sowie als Lebensraum für Amphibien wie den Springfrosch und den Kamm-Molch. Die landschaftliche Eigenart und die Vielfalt an Bestandesaltern machen Waldville zu einem von besonderer Schönheit geprägten Laubwaldareal.

Die Waldbewirtschaftung erfolgt nach naturnahen Prinzipien, um die Entwicklung eines großflächigen, zusammenhängenden und unzerschnittenen Waldökosystems zu fördern. Dabei spielen auch kulturhistorische Aspekte eine Rolle: Waldville beherbergt Spuren historischer Waldnutzungsformen sowie Reste einer römischen Wasserleitung. Diese Elemente unterstreichen die landschaftliche und kulturkundliche Bedeutung des Gebiets. Aufgrund seiner Ausdehnung und seines hohen Anteils an naturnahen Waldstrukturen ist Waldville ein zentraler Bestandteil des regionalen Biotopverbundes und trägt zur Erhaltung der biologischen Vielfalt im Rhein-Sieg-Kreis bei.

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