Kirche/Kloster

Allendorf (Eder)

Luisenstraße 4, 35108 Allendorf (Eder)

Highlights

  • Allendorf (Eder) beherbergt die älteste Kirche Hessens, die 1496 erbaute ‚Alte Kirche‘ im Fachwerkhaus von 1851.
  • Die 1963 stillgelegte ‚Alte Kirche‘ zeigt gotische Fenster und barocke Elemente aus dem 17./18. Jahrhundert.
  • Aus der alten Kirche wurde 1970 die Glocke in die neue Friedhofskapelle umgesetzt.

Tipps

  • Im Rahmen der Präsentation wird die Entwicklung des Ortes von einem Bauerndorf zu einem industriellen Zentrum mit globaler Bedeutung thematisiert.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kultur & Sakrales in Allendorf (Eder) entdecken

Allendorf (Eder) beherbergt inmitten des historischen Ortskerns ein faszinierendes Zeugnis vergangener Zeiten: die „Alte Kirche“ von 1496. Das mit dem Inschriftstein *„Diese Kirch ist neu erbaut im Jahr 1496“* versehene Fachwerkgebäude gilt als ältestes Bauwerk des Ortes und erzählt von einer Epoche, in der Allendorf noch ein bescheidenes Bauerndorf war. Obwohl die Kirche seit den 1950er-Jahren nicht mehr regelmäßig für Gottesdienste genutzt wurde, blieb sie als kulturelles Erbe erhalten und wurde später in einem Fachwerkhaus integriert.

Die Ausstellung im Eingangsbereich des Fachwerkhauses widmet sich ausführlich der Geschichte der Alten Kirche und ihrer architektonischen Besonderheiten. Während die gotischen Fenster im Chor und an den Längsseiten des Schiffes auf den ursprünglichen Baustil hinweisen, stammen die Westfenster und die heutige Tür vermutlich aus dem 18. Jahrhundert und zeigen barocke Elemente. Besonders die 1948/49 erneuerte Gratgewölbung im Chor verrät die Spuren späterer Umgestaltungen. Die Glocke, einst Teil des Kirchturms, fand 1970 in der neuen Friedhofskapelle eine neue Bestimmung.

Neben der sakralen Geschichte bietet die Ausstellung Einblicke in prägende Ereignisse der Region, darunter den „Goldrausch“ und die Förderung von Mineralwasser, die Allendorf zu einem industriellen Zentrum von internationaler Bedeutung machten. Auch der Ursprung des Spitznamens *„Hunnebürn“* – eine Verbindung zu historischen Ereignissen – wird thematisiert. So zeigt sich, wie sich das einst arme Bauerndorf durch wirtschaftliche Entwicklungen zu einem bedeutenden Ort wandelte, ohne dabei seine kulturelle Identität zu verlieren.

Die Präsentation der „Alten Kirche“ verbindet somit sakrale Geschichte mit regionalen Schätzen und macht sie zu einem einzigartigen Ort für Geschichtsinteressierte und Kulturbegeisterte. Die sorgfältige Restaurierung und die anschaulichen Schautafeln ermöglichen es Besuchern, die Spuren vergangener Jahrhunderte nachzuvollziehen – von der gotischen Baukunst bis hin zu den industriellen Pioniertaten des Ortes.

Allendorf (Eder) bewahrt damit nicht nur ein Stück Kirchenbaugeschichte, sondern auch das Erbe einer Region, die sich durch Mut und Anpassungsfähigkeit zu einem Ort von weltweiter Bedeutung entwickelte. Die Ausstellung im Fachwerkhaus lädt dazu ein, diese Entwicklung hautnah zu erleben und die Verbindung zwischen Tradition und Fortschritt nachzuspüren.

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