Denkmal/Gedenkstätte

Schonterhöhle

· 89604, Unnamed Road, 89604 Allmendingen

Highlights

  • Die Schonterhöhle bei Allmendingen war ab 1780 Unterkunft der Familie Schonter und später der nach ihr benannten Katharina Schonter.
  • Sie gilt als historischer Lebensraum und zeigt archäologische Funde aus der Steinzeit.
  • Ein markanter Eingang und eine informative Tafel laden heute zum Besuch der ehemaligen Wohnhöhle ein.

Tipps

  • Die Schonterhöhle ist über gut ausgebauten Kieswegen erreichbar, auch mit Kinderwagen geeignet.
  • Ein Teil der Höhle ist noch heute stark verrußt, hier wurden früher Feuer entfacht.
  • Entlang des Weges ins Brieltal befindet sich eine Informationstafel mit historischem Hintergrund.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Schonterhöhle

Die Schonterhöhle befindet sich im baden-württembergischen Allmendingen und zählt heute zu den regionalen Kulturdenkmälern mit archäologischem und historischem Wert. Ursprünglich war die Höhle rund zwölf Meter breit und sechs Meter tief und diente im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert als Lebensraum für die Familie Schonter. Friedrich Schonter lebte dort mit seiner Frau und Tochter, der später nach ihr benannten Katharina Schonter. Die Höhle, deren Eingang nach Süden ausgerichtet ist, bot Schutz und wurde durch eine Mauer aus Kalksteinen verkleinert. Als Tür diente ein alter Teppich, während Dachreiterziegel aus der nahegelegenen Brieler Schlossruine als Rauchabzug genutzt wurden.

Katharina Schonter, auch als „Käther“ bekannt, verbrachte viel Zeit in der Höhle, wo sie Feuer entfachte. Der aufsteigende Rauch führte dazu, dass die Bewohner der umliegenden Dörfer sagten: „D'Käther kocht.“ Die Lebensbedingungen waren ärmlich, die Familie ernährte sich von Hilfsleistungen der Bauern in Form von Brot, Schmalz und gelegentlichem Fleisch. Arbeitsleistungen dienten als Miete. Katharina Schonter verstarb Mitte des 19. Jahrhunderts nach einem Leben als sogenannte Landstreicherin. Ihre Geschichte spiegelt die prekären Lebensumstände vieler Menschen jener Zeit wider. Archäologische Untersuchungen in der Höhle brachten zudem mesolithische Funde sowie Spuren aus dem Magdalenien zutage.

Heute ist von der ursprünglichen Höhle nicht mehr viel übrig geblieben. Der Eingang ist noch erkennbar, doch der hintere Teil ist größtenteils verschüttet. Ein zweiter Zugang in der Höhlendecke existiert ebenfalls. Ein gepflegter Weg mit Steinstufen führt zu einer kleinen Plattform vor dem Eingang. Eine Informationstafel erläutert den historischen und geologischen Hintergrund. Die Höhle ist über einen geschotterten Weg erreichbar, der auch für Kinderwagen geeignet ist. Wanderer gelangen von Brieltal kommend über eine Forststraße zur Abzweigung, wo eine weitere Tafel den Weg markiert.

Die Schonterhöhle steht in engem kulturellen Zusammenhang mit der Region um Ehingen und der Schwäbischen Alb. Sie wird auch im Kontext der Faschingsbräuche der Stadt Ehingen erwähnt, wo der Ruf „Käthere – Kuche“ auf die Gestalt der Käther Bezug nimmt. Diese lokale Sage hat sich bis heute in der Karnevalspraxis der Narrenzünfte erhalten. Die Höhle selbst ist ein stiller Ort, der zum Verweilen und Nachdenken einlädt. Besucher berichten von einer schönen Aussicht und der Möglichkeit, in ruhiger Umgebung zu grillen. Die Stätte ist weniger frequentiert, bietet jedoch eine interessante Verbindung aus Regionalgeschichte, Archäologie und Volkskunde.

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