Denkmal/Gedenkstätte

Denkmal der Dankbarkeit

Spalenring, 79576 Basel

Highlights

  • 1946 errichtete Basel ein Denkmal für französische Flüchtlingskinder – initiiert durch den Einsatz von Dr. Bernheim.
  • Das Denkmal im Schützenmattpark ehrt anonym die Opfer der Befreiung, ohne nationale Schweiz-Bezüge.
  • Édouard Herriot, französischer Nationalversammlungpräsident, nahm 1946 persönlich an der Enthüllung teil.

Tipps

  • Das Denkmal der Dankbarkeit befindet sich im Schützenmattpark und ist von der Spalenring-Seite aus gut sichtbar.
  • Die Skulptur ehrt den Einsatz französischer Flüchtlingskinder während des Zweiten Weltkriegs und wurde 1946 errichtet.
  • Der Park um das Denkmal herum zeigt Elemente eines englischen Landschaftsstils, angelegt zwischen 1898 und 1899.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Denkmal der Dankbarkeit – Kultur-Ausflug Basel

Das Denkmal der Dankbarkeit im Basler Schützenmattpark ist ein bewegendes Mahnmal mit besonderer historischer Bedeutung, das nicht der Schweizer Nation, sondern explizit Frankreich gewidmet ist. Initiiert wurde es durch den Einsatz des Basler Arztes Dr. Max Bernheim, der sich während des Zweiten Weltkriegs für die Rettung französischer Flüchtlingskinder einsetzte. Sein humanitärer Einsatz führte dazu, dass die Stadt Basel 1946 ein Denkmal als Zeichen der Anerkennung und Verbundenheit errichten ließ – ein seltenes Beispiel für eine solche Geste zwischen den beiden Ländern.

Das Monument, das sich durch seine schlichte, aber eindrucksvolle Gestaltung auszeichnet, wurde bei einer feierlichen Zeremonie eingeweiht, an der auch Édouard Herriot, Präsident der französischen Nationalversammlung, teilnahm. Obwohl der Sockel keine Namen trägt, symbolisiert das Denkmal die tiefe Verbundenheit Basels mit Frankreich und die gemeinsame Erinnerung an die Opfer des Krieges. Besonders auffällig ist die stilistische Ähnlichkeit mit dem 1946 errichteten Monument für die Toten der Befreiung auf der Place Lazare Goujon in Paris – ein Hinweis auf die transnationale Dimension der Erinnerungskultur.

Der Schützenmattpark selbst ist ein historischer Ort mit über fünfhundertjähriger Tradition. Ursprünglich war die Fläche ab dem späten 15. Jahrhundert Schützengelände: 1499 entstand hier das erste Schützenhaus aus Holz, das 1561/64 durch ein repräsentatives Mauerwerk ersetzt wurde. Jahrhundertelang diente die Schützematte als Trainings- und Festplatz für Schützen, Militär und nationale Veranstaltungen wie das Eidgenössische Schützenfest oder das Musikfest. Ab dem 19. Jahrhundert entwickelte sich der Bereich weiter – 1841 übertrug der Basler Rat das Gelände teilweise an das Militär, und 1899 entstand ein Schiessstand am Allschwiler Weiher.

Die Parkanlage im englischen Stil, die heute den Schützenmattpark prägt, entstand 1898/99 durch den Basler Stadtgärtner Johann Niklaus Scholer. Sie umgab den historischen Schiessplatz und schuf so eine harmonische Verbindung aus Natur und Erinnerungskultur. Das Denkmal der Dankbarkeit steht somit nicht nur als Mahnmal, sondern auch als Teil eines Ortes, der seit Jahrhunderten Schauplatz von Gemeinschaft, Sport und nationaler Identität war – und heute auch die internationale Verbundenheit Basels ehrt.

Für Besucher bietet der Schützenmattpark eine ruhige Oase mitten in der Stadt, in der Geschichte und Natur aufeinandertreffen. Das Denkmal der Dankbarkeit lädt zum Innehalten ein und erinnert daran, dass Erinnerungskultur oft über Grenzen hinweg gestaltet wird – ein besonderes Stück Basler und europäischer Geschichte.

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