Denkmal/Gedenkstätte

Wüstung Altes Dorf

Alsfelder Str. 1, 36329 Romrod

Highlights

  • Die ehemalige Synagoge in Romrod wurde 1722 als Bauernhaus erbaut und 1837 von der jüdischen Gemeinde umgebaut.
  • Das Gebäude ist heute denkmalgeschützt und beherbergt einen standesamtlichen Trauraum.
  • Die jüdische Gemeinde löste sich 1935 auf, die letzten Familien verließen Romrod bis 1938.

Tipps

  • Die ehemalige Synagoge in Romrod ist ein bedeutendes religionsgeschichtliches Denkmal und heute standesamtlich nutzbar.
  • Das Gebäude wurde 1722 als Bauernhaus errichtet und 1837 bis 1843 von der jüdischen Gemeinde zu einer Synagoge umgebaut.
  • Seit 2003 bis 2005 wurde das Gebäude denkmalgerecht saniert und steht nun unter Denkmalschutz.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Wüstung Altes Dorf

Die Wüstung Altes Dorf in Romrod im Vogelsbergkreis ist eng mit der jüdischen Geschichte der Region verbunden. Im Ortskern, unweit des Schlossmuseums, befindet sich die ehemalige Synagoge, die heute als standesamtlicher Trauort genutzt wird. Ursprünglich 1722 als bäuerliches Wohn- und Wirtschaftsgebäude errichtet, wurde das Gebäude 1837 von der israelitischen Gemeinde erworben und bis 1843 zu einer Synagoge mit Schulraum, Lehrerwohnung und Mikwe umgebaut.

Das Gebäude zeugt durch seine erhaltene Bausubstanz und Innenausstattung von hoher historischer und religionsgeschichtlicher Bedeutung. Die klassizistische Einrichtung stammt aus Entwürfen des Kreisbaumeisters Sonnemann. Bemerkenswert sind die Unterkonstruktion des Thoraschreines sowie die Emporenanlage. Die straßenseitige Fassade ist mit Blechplatten verkleidet, während die rückwärtige Fachwerkstruktur regelmäßig und mit beachtlichem Holzquerschnitt ausgeführt ist.

Die jüdische Gemeinde in Romrod bestand seit 1798 und erreichte ihren Mitgliederhöchststand um 1830. Im Laufe der Zeit schrumpfte die Gemeinde, und um das Jahr 1900 wurde der eigene Schulunterricht eingestellt. In den 1930er Jahren fanden keine Gottesdienste mehr statt. Vor dem Hintergrund wachsender nationalsozialistischer Gewalt beschloss die Gemeinde, sich aufzulösen. Das Anwesen wurde 1935 verkauft, und bis 1938 verließen die letzten jüdischen Familien Romrod.

Nach verschiedenen Nutzungen als Scheune und Abstelle erwarb die Stadt Romrod das Gebäude 1992. Mit Unterstützung aus europäischen und hessischen Fördermitteln wurde es von 2003 bis 2005 denkmalgerecht saniert. Heute dient der ehemalige Synagogensaal als standesamtlicher Trauort und erinnert gleichzeitig an die einst blühende jüdische Gemeinschaft in der Region.

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