Kirche/Kloster

Pfarramt St. Wolfgang

Weilerstraße 12, 84034 Landshut

Highlights

  • Die Pfarrkirche St. Wolfgang in Landshut entstand 1938–1942 als Sichtziegelbau im Stil spätgotischer Backsteinkirchen, entworfen von Regierungsbaumeister Friedrich Haindl.
  • 1931 wurde am Pfarrhof der Kindergarten gegründet, der jahrzehntelang von Mallersdorfer Schwestern geleitet wurde.
  • Die Kirche vereint gotische Elemente wie Maßwerk-ähnliche Betonelemente im Turm und Wasserspeier am Portal mit funktionaler Raumgestaltung.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität den Eintritt über einen rollstuhlgerechten Eingang.
  • Die historische Architektur der Pfarrkirche zeigt typische Merkmale spätgotischer Backsteinkirchen mit Sichtziegelbauweise und gotisierenden Elementen.
  • Im Innenraum finden sich originale Ausstattungsstücke wie Apostelleuchter, eine Sakristeiglocke sowie ein historischer Fußbodenbelag aus Kunststein.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kultur & Sakrales im Pfarramt St. Wolfgang Landshut

Das Pfarramt St. Wolfgang in Landshut ist ein prägendes Beispiel für die sakrale Architektur des frühen 20. Jahrhunderts und eng mit der Entwicklung der Stadt verbunden. Die Kirche entstand als Ersatz für eine provisorische Behelfskirche in der damals neu entstehenden Siedlung, die sich aus den Wohngebieten der Elsass-Lothringer-, Metzer- und Südtirolerstraße speiste. Die Siedlung selbst entstand nach dem Ersten Weltkrieg als Teil der sozialen Nachsorge für Kriegsversehrte und Siedler, wobei Straßen nach Orten und Bergen des Bayerischen Waldes benannt wurden – ein Hinweis auf die regionale Identität der Region.

Der Entwurf des Pfarramts stammt vom Architekten Friedrich Haindl, der für seine Sichtziegelbauten bekannt ist. Inspiriert von spätgotischen Backsteinkirchen Landshuts, wie etwa der St.-Martin-Kirche, vereint das Bauwerk traditionelle Formen mit modernen Elementen. Besonders auffällig sind die vier Schallöffnungen im Turm, deren Betonelemente an gotisches Maßwerk erinnern, sowie die Wasserspeier am Hauptportal. Auch die Innenausstattung – darunter Apostelleuchter, eine Sakristeiglocke und ein mehrfarbiger Fußboden – folgte zunächst einem einheitlichen Konzept, das später durch die Neugestaltung der Kirche in den 1990er Jahren verändert wurde.

Das Pfarramt St. Wolfgang war nicht nur ein religiöses Zentrum, sondern auch ein sozialer Ort: Unter dem Dachreiter konnte bereits 1931 ein Kindergarten eingerichtet werden, der jahrzehntelang von Mallersdorfer Schwestern betreut wurde. Die Kirche selbst diente als Anlaufstelle für die wachsende Gemeinde, während das angrenzende Pfarrhaus den Geistlichen Unterkunft bot. Die Baugeschichte spiegelt zudem die wirtschaftliche Dynamik der Region wider – etwa durch die Nähe zur „Anglo-Swiss-Biscuit-Fabrik“, die später zur Schokoladenfabrik Brandt wurde und die Erschließung des Gebiets durch die Bahninfrastruktur beschleunigte.

Heute ist das Pfarramt St. Wolfgang ein geschätztes Kulturdenkmal mit einem Google-Bewertungsdurchschnitt von 4,5 Sternen. Es bietet nicht nur Gottesdienste, sondern auch Bildungsangebote wie Eltern-Kind-Gruppen für Kleinkinder in Zusammenarbeit mit dem Christlichen Bildungswerk Landshut. Die harmonische Verbindung von sakraler Tradition und moderner Architektur macht es zu einem besonderen Ort im Stadtbild – ein Zeugnis des Zusammenhalts und des Aufbaus nach dem Ersten Weltkrieg.

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