Künstlerhaus eins eins
Highlights
- Künstlerhaus eins eins nutzt seit 1998/99 ein 1871 erbautes, unter Denkmalschutz stehendes Armen- und Siechenhaus aus Altona als Atelier- und Ausstellungsort.
- Jährlich öffnen die Ateliers für Besucher:innen, während seit 1998 Nutzer:innen durch Eigenleistung die Sanierung mitgestalteten.
- Das Haus verbindet Kunst mit reformpädagogischer Geschichte: Früher Schule für Kinder, heute Plattform für zeitgenössische Ausstellungen wie Textil- oder Malerei-Projekte.
Tipps
- Die Öffnung der Ateliers erfolgt einmal jährlich für Besucher, sodass Einblicke in aktuelle künstlerische Prozesse ermöglicht werden.
- Das Gebäude vereint historische Architektur aus dem Jahr 1871 mit moderner Nutzung, wobei die Sanierung 1998/99 die Nutzung als Künstlerhaus sicherte.
- Die Ausstellung *Im Mittendrin* zeigt Malerei und Skulptur durch eine Gruppe von Künstlerinnen, die sich mit gesellschaftlicher Präsenz auseinandersetzen.
Eigenschaften
Künstlerhaus eins eins Altona – Kultur & Galerie
Das Künstlerhaus eins eins in Altona ist ein lebendiges Zentrum für zeitgenössische Kunst und ein einzigartiges Beispiel für selbstorganisierte Kulturarbeit in einem historisch bedeutenden Gebäude. Das 1871 als Armen- und Siechenhaus nach Plänen von Heinrich Oskar Winkler errichtete Gebäude diente ursprünglich der Unterbringung und Betreuung von Bedürftigen, darunter auch Kindern, die nach reformpädagogischen Prinzipien unterrichtet wurden. Nach einer umfassenden Sanierung in den 1990er-Jahren wurde das denkmalgeschützte Ensemble neu belebt: Der Mittelteil beherbergt seitdem das Künstlerhaus, während die Seitenflügel Wohnprojekte beherbergen. Die Nutzer:innen trugen dabei aktiv zur Umsetzung bei, indem sie Eigenleistungen erbrachten – ein typisches Merkmal alternativer Kulturprojekte.
Das Künstlerhaus ist ein Ort der Kreativität und des Austauschs, der sich durch regelmäßige Ausstellungen und offene Ateliers auszeichnet. Besonders bekannt ist der jährliche „Tag der offenen Ateliers“, an dem Besucher:innen Einblicke in die Arbeitswelten der Künstler:innen gewinnen können. Die Ausstellungen spiegeln eine vielfältige Bandbreite künstlerischer Positionen wider, von Malerei und Skulptur bis hin zu experimentellen Medien wie Textil- und Druckkunst. So präsentierte etwa die Gruppe AZUS (Sylvia Bähring, Marita Bublitz, Evelin Daus) 2025 im Rahmen der Ausstellung Im Mittendrin ihre Werke, die sich mit den Schnittstellen zwischen Alltag und Kunst auseinandersetzen.
Die künstlerische Arbeit im Haus ist geprägt von einer kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen. Die Ausstellung Struktur & Farbe im Dialog von Julia Hühne-Simon und Hanna Malzahn (2024) etwa thematisierte die Spannung zwischen Original und Kopie – ein Titel, der sich aus der Programmiersprache ableitet und gleichzeitig eine philosophische Frage nach Authentizität aufwirft. Solche Titel und Konzepten zeigen, wie das Künstlerhaus eins eins Kunst als reflexiven Prozess begreift, der über reine Ästhetik hinausgeht. Das Gebäude selbst, mit seiner bewegten Geschichte, dient dabei als stummer Zeuge dieser Entwicklung.
Das Künstlerhaus eins eins ist nicht nur ein Ort der Präsentation, sondern auch ein Labor für künstlerische Praxis. Die Verbindung von historischer Substanz und zeitgenössischer Kunst schafft eine einzigartige Atmosphäre, die Neugierde weckt und zum Verweilen einlädt. Ob als Inspiration für eigene kreative Projekte oder als Begegnungsort für Kunstinteressierte – das Haus in Altona besticht durch seine Authentizität und seinen unkonventionellen Ansatz. Wer die lebendige Kunstszene Hamburgs kennenlernen möchte, findet hier ein kleines, aber feines Juwel abseits der großen Galerien.
Besonders die Nachbarschaft zu Altonas kultureller Landschaft – etwa den historischen Gebäuden in Osdorf oder den alternativen Initiativen der Stadt – unterstreicht den besonderen Charakter des Künstlerhauses. Es ist ein Ort, an dem Tradition und Innovation aufeinandertreffen, ohne sich gegenseitig zu verdrängen. Wer die Türen öffnen lässt, entdeckt hier mehr als nur Ausstellungen: eine lebendige Gemeinschaft von Künstler:innen und Besucher:innen, die gemeinsam die Grenzen des Möglichen ausloten.