Denkmal/Gedenkstätte

Altwarper Binnendünen, Neuwarper See und Riether Werder

17375 Altwarp

Tipps

  • Bei der Erkundung der Binnendünen unbedingt Mückenschutz mitnehmen, da Mücken massiv auftreten können.
  • Wanderungen ab Altwarp oder Rieth ermöglichen einen guten Zugang zu den Naturschutzgebieten und lohnen sich besonders in Richtung Wacholdertal.
  • Die Beobachtungskanzel in Rehhagen bietet einen guten Überblick über das Gebiet und ist einen Besuch wert.

Eigenschaften

Outdoor Entspannt Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Altwarper Binnendünen, Neuwarper See und Riether Werder

Das Naturschutzgebiet Altwarper Binnendünen, Neuwarper See und Riether Werder liegt im Osten Mecklenburg-Vorpommerns und gehört zum Naturpark Am Stettiner Haff. Es umfasst eine Fläche von 1460 Hektar und setzt sich aus unterschiedlichen Landschaftsformen zusammen: einem etwa zwei Kilometer langen und bis zu 15 Meter hohen Binnendünenzug, Feuchtwiesen und Mooren südlich davon sowie dem nördlich angrenzenden Neuwarper See und der Insel Riether Werder. Die Entstehung des Geländes wurde maßgeblich durch die letzte Eiszeit und die anschließende Abtauperiode geprägt. Feinkörniger Sand wurde durch Winde in Richtung Süden transportiert und bildete Dünen, während sich südlich davon Moorflächen entwickelten. Die abgeschiedene Lage am Rand zur polnischen Grenze trägt dazu bei, dass das Gebiet heute weitgehend ungestört ist.

Die Vegetation im Naturschutzgebiet ist vielfältig. Die Dünenbereiche sind geprägt von typischen Sandpflanzen wie Silbergras, Schaf-Schwingel, Blaugrünes Schillergras und der seltener werdenden Karthäuser-Nelke. Auf den Dünen lebt unter anderem die vom Aussterben bedrohte Kerbameise. Südlich schließen sich Eichen-Niederwälder und Magerrasen an, während westlich Kiefernforste dominieren. In den Feuchtbereichen am Neuwarper See finden sich Röhrichte und nasse Erlenbruchwälder. Diese bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten, darunter der Fischotter, der hier in stabilem Bestand vorkommt. Auch die Vogelwelt ist artenreich: Brutvögel wie Seeadler, Neuntöter, Sperbergrasmücke, Kranich und Karmingimpel sind hier heimisch. Auf der Insel Riether Werder brüten zudem Limikolen wie Bekassine, Kampfläufer und Uferschnepfe sowie eine Lachmöwenkolonie.

Das Gelände ist sowohl von Altwarp aus nördlich als auch von Rieth aus südlich zu erreichen. Ein Wanderweg führt durch das Wacholdertal und bietet Einblicke in die unterschiedlichen Biotope. In Rehhagen steht am Ufer des Neuwarper Sees eine Beobachtungskanzel, von der aus die Dünenlandschaft sowie die Insel Riether Werder überblickt werden können. Bei guten Sichtverhältnissen sind auch Greifvögel wie Seeadler, Rotmilan oder Mäusebussard zu beobachten. Die Flächen des Naturschutzgebiets sind nahezu deckungsgleich mit dem gleichnamigen FFH-Gebiet und beherbergen mehr als 390 nachgewiesene Schmetterlingsarten, von denen einige auf der Roten Liste der Bundesrepublik Deutschland stehen.

Die Geschichte des Gebiets ist eng mit der militärischen Nutzung in der DDR-Zeit verbunden. Teile der Moorflächen wurden damals entwässert und landwirtschaftlich genutzt. Seit 1990 erfolgt eine extensive Beweidung, und für die Zukunft ist ein Deichrückbau zur Renaturierung der Moorflächen geplant. Die Binnendünen selbst entwickeln sich ohne menschliche Eingriffe weiter. Sie sind von überregionaler Bedeutung und bieten Naturliebhabern die Möglichkeit, trockenheitsresistente Pflanzen und wärmeliebende Tierarten zu entdecken, die sonst eher in südlichen Regionen vorkommen.

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