Pfarrkirche St. Justinus
Highlights
- Die Pfarrkirche St. Justinus in Alzenau ist eine barocke Stadtkirche, erbaut 1757–1760 nach Plänen von Johann Martin Schmitt.
- Sie wurde bereits 1758 geweiht und ersetzt eine ältere Kirche, die wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.
- Die heutige dreimanualige Orgel wurde 1993 von Klais erbaut und umfasst 37 Register sowie moderne Spielhilfen.
Eigenschaften
Über Pfarrkirche St. Justinus
Die Pfarrkirche St. Justinus in Alzenau ist eine barocke Stadtkirche und zählt zu den bedeutenden sakralen Bauten des unterfränkischen Raums. Sie wurde in den Jahren um 1757 bis 1760 nach Plänen des Amorbacher Baumeisters Johann Martin Schmitt am Marktplatz errichtet und bereits 1758, noch vor Abschluss der Bauarbeiten, geweiht. Der rote Sandsteinbau löste eine ältere Kirche auf einer Anhöhe gegenüber der Burg Alzenau ab, die aufgrund ihrer baufälligen Substanz abgetragen worden war. Architektonisch und in der Ausstattung präsentiert sich die Kirche als typisches Beispiel des Kirchenbaus im unter Kurmainzer Einfluss stehenden Untermaingebiet.
Die Kirche ist dem Märtyrer Justin dem Bekenner geweiht, wobei die Verehrung dieses Heiligen in Alzenau über die Benediktiner der Einhard-Basilika in Seligenstadt vermittelt wurde. Historische Bezüge reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück, als der Mainzer Erzbischof Otgar die Gebeine des Heiligen aus Rom mitbrachte. Ein Teil dieser Reliquien gelangte über verschiedene Stationen schließlich nach Alzenau und begründete die lokale Verehrung. Die Kirche verkörpert damit nicht nur barocke Baukunst, sondern auch eine tiefe historische und religiöse Tradition.
Besondere Aufmerksamkeit findet die Orgel der Pfarrkirche. Bereits 1734 wurde in der Vorgängerkirche eine Orgel erbaut, die später in den Neubau umgesetzt und erweitert wurde. Im Jahr 1900 folgte eine neue Orgel von Johannes Klais aus Bonn, die 1979 durch Bernhard Schmidt modernisiert und erweitert wurde. Seit 1993 verfügt die Kirche über ein dreimanualiges Instrument im historischen Prospekt der ersten Orgel, das im Zuge einer umfassenden Generalsanierung im Jahr 2024 um ein Glockenspiel und einen Zimbelstern ergänzt wurde. Heute umfasst das Instrument insgesamt 37 Register auf drei Manualen und Pedal und verbindet mechanische Spieltraktur mit elektrischer Registertraktur.
Die Pfarrkirche St. Justinus ist nicht nur ein kulturhistorisches Zeugnis, sondern auch ein lebendiger Ort der Gemeinschaft. Sie ist regelmäßig geöffnet und sogar geheizt, was sie besonders im Winter zu einem einladenden Raum für Besucher und Gläubige macht. Die Gemeinde wird von Pfarrer Frank Mathiowetz geleitet, der für seine Sympathie und sein Engagement geschätzt wird. Die Kirche beherbergt regelmäßig Gottesdienste, kulturelle Veranstaltungen und bietet Raum für kirchliche Traditionen wie die Segnung der sogenannten „Ritarosen“ oder den Altardienst der Ministranten.