Denkmal/Gedenkstätte

ehemalige Synagoge Framersheim

Bahnhofstraße 5, 55288 Framersheim

Highlights

  • Die Synagoge in Framersheim wurde im 19. Jahrhundert erbaut und war Zentrum der jüdischen Gemeinde bis 1938/40.
  • 1824 lebten 68 jüdische Einwohner in Framersheim; bis 1861 stieg ihre Zahl auf 105 (7,2 % der Bevölkerung).
  • Edmund Scheuer war ab 1932 letzter jüdischer Gemeindevorsteher vor der NS-Zeit.

Tipps

  • Führungen oder Informationsmaterialien vermitteln die historische Entwicklung der jüdischen Einwohner von Framersheim seit dem frühen 19. Jahrhundert.
  • Fotos und Darstellungen im Rahmen der Ausstellung dokumentieren den architektonischen Zustand und die kulturelle Bedeutung der Synagoge im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ehemalige Synagoge Framersheim – Kulturdenkmal entdecken

In Framersheim existiert ein bedeutendes Stück regionaler Geschichte: die ehemalige Synagoge, die bis zu ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ein zentraler Ort der jüdischen Gemeinde war. Die jüdische Präsenz im Ort reicht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück, als sich die Zahl der jüdischen Einwohner schrittweise erhöhte. Um 1800 lebten bereits 42 jüdische Mitbürger:innen in Framersheim, und bis zur Mitte des Jahrhunderts wuchs die Gemeinde weiter – 1861 machten jüdische Familien rund 7 % der Gesamtbevölkerung aus.

Die Synagoge selbst war nicht nur ein Gotteshaus, sondern auch ein sozialer und kultureller Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde ein Lehrer angestellt, der neben seiner pädagogischen Tätigkeit auch als Vorbeter und Schochet (ritueller Schlachter) fungierte. Diese Rolle unterstreicht die Bedeutung der Synagoge als Ort religiöser und gemeinschaftlicher Traditionen. Edmund Scheuer, der 1932 zum Gemeindevorsteher gewählt wurde, verkörperte in dieser Zeit die Verantwortung für die jüdische Gemeinde bis zu ihrer zwangsweisen Auflösung.

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Framersheim endete tragisch mit der systematischen Entrechtung und Vertreibung während der NS-Zeit. Die Synagoge wurde zerstört, und die meisten Mitglieder der Gemeinde flohen oder wurden deportiert. Heute erinnert nichts mehr physisch an das Gebäude, doch die Erinnerung an die jüdische Vergangenheit bleibt ein wichtiger Teil der Ortsgeschichte. Dokumente und historische Aufzeichnungen dokumentieren das Leben der jüdischen Mitbürger:innen und ihre Rolle in der regionalen Gesellschaft.

Wer sich für die Geschichte Framersheims interessiert, findet in der ehemaligen Synagoge ein bedeutendes Zeugnis jüdischer Kultur und des gemeinsamen Miteinanders vor der NS-Zeit. Die Erinnerung an diese Zeit ist nicht nur ein Teil der jüdischen, sondern auch der allgemeinen Ortsgeschichte und mahnt zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Die Dokumentation der jüdischen Gemeinde und ihrer Institutionen bietet Einblicke in ein Kapitel, das die Vielfalt der Region vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte widerspiegelt.

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