Dicker Stein
Highlights
- Der Dicke Stein ist ein 1,40 m hoher Findling aus Braunkohlenquarzit bei Piesdorf.
- Er steht etwa 240 m südlich von Piesdorf an der Grenze zweier Ackerstreifen.
- In der Bodendenkmalliste wird er als möglicher Menhir geführt.
Tipps
- Der Dicke Stein ist ein unverarbeiteter Braunkohlenquarzit-Findling mit einer Höhe von 1,40 m und befindet sich südlich von Piesdorf direkt an der Straßenbegrenzung.
- Das Gelände um den Stein ist leicht zugänglich und eignet sich für spontane Besuche bei Wanderungen durch das Untere Saaletal.
- Ein kleines Bohrloch an der Südseite des Steins deutet auf planbare, aber nicht umgesetzte Sprengungsarbeiten hin.
Eigenschaften
Über Dicker Stein
Der Dicke Stein ist eine markante historische Sehenswürdigkeit in der Gemeinde Könnern im Salzlandkreis, Sachsen-Anhalt. Als aufrechter Findling in der Landschaft gelegen, zählt er möglicherweise zu den vorgeschichtlichen Menhiren der Region. Der Stein steht etwa 240 Meter südlich des Ortsteils Piesdorf, direkt an der Ostseite der Straße in Richtung Gerbstedt, nahe der Grenze zweier Ackerflächen. Diese zentrale Lage macht ihn trotz seiner bescheidenen Größe zu einem auffälligen Element im ländlichen Raum.
Der aus Braunkohlenquarzit bestehende Stein ist unbearbeitet und zeigt an seiner nördlichen Längsseite eine unebene, blasige Oberfläche. Seine Maße betragen eine Höhe von 1,40 Metern, eine Breite von 1,10 Metern und eine Dicke von 60 Zentimetern. Auf der Südseite befindet sich ein etwa sechs Zentimeter tiefes Bohrloch, das vermutlich im Zuge einer nie durchgeführten Sprengung angelegt wurde. Obwohl der Stein aufgrund seiner auffallenden Position und der langen Forschungstradition im Zusammenhang mit Menhirsteinen im Saalegebiet steht, wird er in älteren Publikationen nicht erwähnt. Erst in geologischen Arbeiten der 1990er und 2000er Jahre wird er als Findling beschrieben. Seit 2016 ist er offiziell als Menhir in der Bodendenkmalliste des Landes Sachsen-Anhalt verzeichnet.
Die wissenschaftliche Einordnung des Dicken Steins bleibt bis heute nicht abschließend geklärt. Eine Theorie besagt, dass er ursprünglich einen Grabhügel geschmückt haben könnte, der im Laufe der Zeit eingeebnet wurde. Funde oder Hinweise auf Bestattungen in unmittelbarer Nähe gibt es jedoch nicht. Die Herkunft des Steins selbst liegt vermutlich in der letzten Eiszeit, als Gletscher große Gesteinsblöcke transportierten und an verschiedenen Stellen ablagerten. Der Braunkohlenquarzit, aus dem der Dicke Stein besteht, ist in dieser Region selten und weist somit auf eine besondere Herkunft des Findlings hin.
Der Dicke Stein steht in einem landschaftlich reizvollen Gebiet entlang des Unteren Saaletaals, das heute als Naturpark ausgewiesen ist. Diese Region ist bekannt für ihre geologischen Besonderheiten sowie ihre kulturhistorischen Zeugnisse. Der Stein selbst ist Teil eines größeren Kontexts prähistorischer Setzungen und archäologischer Funde im Saalegebiet. Obwohl er heute isoliert inmitten landwirtschaftlich genutzter Flächen steht, war er möglicherweise einst in ein bedeutungsvolleres kulturelles oder rituelles Umfeld eingebunden.