Denkmal/Gedenkstätte

Alte Veste

Marstallgasse 4, 92224 Amberg

Highlights

  • Die Alte Veste in Amberg ist ein denkmalgeschütztes Baudenkmal aus dem 13. Jahrhundert und wurde ursprünglich als Wasserburg errichtet.
  • Die Anlage diente im Mittelalter als Residenz des Kurprinzen und später als kurfürstlicher Marstall.

Tipps

  • Das Gebäude verfügt über romanische Türen, Estrichböden und Fresken unter dem Dachstuhl, die es sehenswert machen.
  • Ein mittelalterliches WC ist im Erker auf der rechten Gebäudeseite zu finden, das durch seine Höhe auffällt.
  • Die Alte Veste liegt zentral in der Marstallgasse und zählt zu den ältesten erhaltene Steinbauten in Amberg.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Alte Veste

Die Alte Veste in Amberg zählt zu den bedeutendsten historischen Bauten der Stadt und ist der älteste erhaltene Steinbau in der Region. Gelegen im Stadtzentrum, zwischen Marstallgasse und Eichenforstgasse, stellt das Ensemble eine der wenigen erhaltenen mittelalterlichen Burgen im nordbayerischen Raum dar. Ursprünglich als Wasserburg errichtet, diente die Anlage im Laufe der Jahrhunderte verschiedenen Funktionen – von Residenz über Verwaltungszwecke bis hin zur Nutzung als Marstall. Heute ist die Alte Veste als denkmalgeschütztes Baudenkmal sowie archäologisches Bodendenkmal registriert und bezeugt damit eine über Jahrhunderte andauernde kulturelle und politische Bedeutung.

Das Gelände der Alten Veste gliedert sich in zwei Hauptbaukörper: das eigentliche Herrenhaus mit seinen markanten romanischen und gotischen Bauelementen sowie das sogenannte Klösterl, das in seiner ursprünglichen Form eine Schlosskapelle beherbergte. Die Architektur des Hauptgebäudes spiegelt mehrere Epochen wider – trotz mehrfacher Umbauten blieben originale Bauteile wie Estrichböden, Fresken unter dem Dachstuhl sowie hochgotische Fenster erhalten. Die massive Mauerstärke von 1,2 Metern sowie die Verwendung von Bruchstein und Quaderwerk unterstreichen die defensive Funktion der Anlage. Besonders auffällig ist das barockisierte Stuckportal sowie die profilierten Fensteröffnungen, die im Lauf der Jahrhunderte hinzugefügt wurden.

Das Klösterl besticht durch seinen gotischen Treppengiebel und den Altarerker, der einst Teil der Schlosskapelle war. Im Obergeschoss des Erkers befinden sich gotische Rippengewölbe mit kunstvollen Kapitellen, die Tier- und Laubornamentik zeigen. Die Fenster des Chores sind mit Glasfenstern aus dem 15. Jahrhundert ausgestattet, und im Dachreiter befinden sich zwei Glocken aus dem 14. und 16. Jahrhundert. Diese Elemente verdeutlichen den künstlerischen und religiösen Stellenwert des Gebäudes innerhalb der ehemaligen Residenz. Im Südflügel des Klösterls wurde 1912 ein Satteldachbau errichtet, der heute als Teil des Gesamtensembles wahrgenommen wird.

Die Geschichte der Alten Veste ist eng mit der Entwicklung Ambergs als politisches Zentrum im pfälzischen Nordgau verbunden. Nachdem die Stadt durch den Hausvertrag von Pavia zur Hauptstadt aufgestiegen war, residierte hier ab 1338 der Kurprinz als Statthalter. Bekannt ist die Veste auch als Geburtsort des späteren Königs Rupprecht III. sowie als Schauplatz eines politischen Mordanschlags im frühen 15. Jahrhundert. Nach Fertigstellung des Kurfürstlichen Schlosses im 15. Jahrhundert wurde die Alte Veste in ihre Funktion als Marstall umgewandelt. Im Innenhof wurden bis ins Spätmittelalter Geschütze gegossen, was die industrielle und militärische Bedeutung des Ortes unterstreicht.

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