Grenzstein 101
Highlights
- In Ammerbuch wurde ein Grenzstein-Refugium nahe des Entringer Bildungszentrums eingerichtet.
- Das Refugium zeigt sechs historische Grenzsteine, darunter Exemplare aus dem 18. Jahrhundert mit Inschriften.
- Gespendete Steine stammen unter anderem aus Poltringen, Reusten und Altingen.
Tipps
- Ruhebänke und Baum laden zum Verweilen ein – ideal für einen kurzen Aufenthalt mit Aussicht.
- Die sechs historischen Grenzsteine im Refugium sind entlang der Himmelsrichtungen angeordnet und zeigen Inschriften sowie Jahreszahlen.
- Einige Steine stammen aus dem 18. Jahrhundert und wurden restauriert – informativ für Interessierte an Kleindenkmälern.
Eigenschaften
Über Grenzstein 101
Der Grenzstein 101 in Ammerbuch ist ein besonderes kulturhistorisches Zeugnis und Teil eines neu geschaffenen „Grenzstein-Refugiums“, das sich an einer idyllischen Weggabelung des Poltringer Weges nahe des Entringer Bildungszentrums befindet. Dieser Ort lädt nicht nur zum Verweilen ein, sondern verbindet auch lokale Geschichte mit aktueller Bürgerinitiative. Auf einem Gemeindegrundstück wurde hier vor wenigen Jahren von engagierten Gemeinderäten ein Baum gepflanzt und zwei Ruhebänke aufgestellt, um den Besucherinnen und Besuchern eine ruhige Atmosphäre zu bieten. Doch der eigentliche Schatz dieses Ortes sind die historischen Grenzsteine, die hier eine neue Bestimmung finden.
Ein Grenzstein-Refugium ist ein Ort, an dem historische Grenzmarkierungen untergebracht werden, die entweder von ihrem ursprünglichen Standort verschwunden sind oder drohten, zerstört zu werden. Diese Steine sind nicht bloße Markierungen, sondern oft kunstvolle Kleindenkmale mit Inschriften, Symbolen und Datumsangaben, die Zeugnis von früheren Besitzverhältnissen und Verwaltungsstrukturen geben. In Ammerbuch wurden bisher sechs solcher Steine am Refugium aufgestellt, teilweise restauriert und liebevoll präsentiert. Sie stammen aus verschiedenen Gemeindeteilen wie Poltringen, Reusten und Altingen und erzählen von der reichen Grenzgeschichte der Region im Landkreis Tübingen.
Die Steine im Refugium zeigen beispielsweise Inschriften wie „Abtsstab“, Jahreszahlen und Ortskennungen, die einst die Grenzen zwischen Herrschaftsgebieten markierten. Einige von ihnen wurden bei Bauarbeiten oder Forstarbeiten entdeckt oder geborgen und dank ehrenamtlichem Engagement und fachkundiger Hilfe von Steinbildhauern restauriert. Besonders sehenswert ist die räumliche Anordnung der Steine, die in etwa den Richtungen entspricht, aus denen sie stammen – eine gedankenvolle Gestaltung, die den historischen Bezug sichtbar macht. Neben der kulturgeschichtlichen Bedeutung bietet der Standort zudem einen schönen Rundblick auf markante Punkte der näheren Umgebung, darunter Schloss Hohenentringen, Schloss Roseck, die Wurmlinger Kapelle sowie den Schönbuchrand.
Das Ammerbucher Grenzstein-Refugium ist damit nicht nur ein Ort der Ruhe, sondern auch ein kultureller Anziehungspunkt, der Besucher dazu einlädt, sich mit der lokalen Geschichte auseinanderzusetzen. Zukünftig sollen über Hinweistafeln oder digitale Medien weitere Informationen zu den einzelnen Steinen bereitgestellt werden. Bürgerinitiativen, allen voran der Bürgerverein Ammerbuch e.V., spielen eine zentrale Rolle bei der Pflege und Erweiterung des Refugiums. Sie rufen dazu auf, weitere historische Grenzsteine, die möglicherweise in Privatbesitz oder unbeachtet gelagert sind, für die Öffentlichkeit zu spenden und so deren Erhalt zu sichern.