Denkmal/Gedenkstätte

Mariensäule

Pfarrgasse 4-14, 63916 Amorbach

Highlights

  • Die Mariensäule in Amorbach wurde 1736 als barockes Denkmal errichtet.
  • Sie entstand vermutlich zur 1000-Jahr-Feier des Benediktinerklosters Amorbach.
  • Die Restaurierung 2005 brachte kunsthistorisch angepasste Farben des Mantels.

Tipps

  • Die Mariensäule in Amorbach ist ein barockes Denkmal aus dem Jahr 1736 und wurde vom Pfarrherrn Pater Honorius Schmiegd errichtet.
  • Auf dem Sockel befindet sich eine Inschrift, die die Mitwirkung aller Pfarrkinder und des damaligen Bürgermeisters Valentin Ziegler erwähnt.
  • Die Säule trägt eine religiöse Inschrift mit einem Bibelzitat aus dem Hohelied und spiegelt die tiefe Marienverehrung der Region wider.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Mariensäule

Die Mariensäule in Amorbach ist ein barockes Denkmal aus dem Jahr 1736 und zählt zu den bedeutenden kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten der Region. Sie wurde auf Initiative des damaligen Pfarrherrn Pater Honorius Schmiegd errichtet, der die Pfarrei Mudau leitete. Bei der Errichtung wirkten auch die Gemeindevertretung unter Bürgermeister Valentin Ziegler sowie die Pfarrgemeinschaft mit. Das Denkmal steht auf einem Sockel, der eine lateinische Inschrift trägt, welche die Mitwirkung aller Beteiligten würdigt.

Auf der etwa fünf Meter hohen Säule ist eine weitere Inschrift angebracht, die sich auf das Hohelied bezieht und die Verehrung der Gottesmutter thematisiert. Diese religiöse Haltung spiegelt die tiefgreifende Marienverehrung wider, die im sogenannten Madonnenländchen verbreitet war und eng mit der Zugehörigkeit zum Bistum Würzburg verbunden ist. Die Mariensäule wurde vermutlich im Zusammenhang mit dem Jubiläum des Benediktinerklosters Amorbach errichtet, dem Pater Schmiegd angehörte.

Die lokale Bevölkerung schenkte dem Denkmal über Jahrhunderte hinweg große Aufmerksamkeit. Es etablierte sich der Brauch, sich am Abend am „Bild“ zu versammeln, um gemeinsam zu beten. Diese Tradition wurde auch im 20. Jahrhundert fortgesetzt, allerdings unterbrochen durch die nationalsozialistische Zeit. Nach einem erneuten Pfarrer-Einsatz in den 1930er Jahren wurde der Brauch aufgrund des starken Verkehrsaufkommens in den 1960er Jahren eingestellt. Mit der Verkehrsberuhigung in der Ortsmitte wurde er im Jahr 2001 wieder aufgenommen.

Die Mariensäule wurde mehrfach restauriert, zuletzt im Jahr 2005 sowie im Jahr 2019. Bei diesen Maßnahmen wurden witterungsbedingte Schäden behoben und kunsthistorische Aspekte bei der Farbgestaltung berücksichtigt. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden, Zuschüsse des Landesdenkmalamtes sowie Eigenmittel des Heimat- und Verkehrsvereins Mudau. Die Gestaltung des Mantels der Madonna wurde dabei an die ursprüngliche Symbolik angepasst: Blau für den Himmel und Braun für die Erde.

Ein Lindenbaum, der unmittelbar hinter der Säule steht, wurde aus Rücksicht auf das Denkmal leicht zurückgeschnitten. Die Pflege und Erhaltung der Mariensäule erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde sowie regionalen Akteuren. Das Denkmal bleibt ein zentraler kultureller Bezugspunkt und ein Zeugnis barocker Frömmigkeit in der Region um Amorbach im Landkreis Miltenberg.

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