Denkmal/Gedenkstätte

Burgstall Moosing

Moosing 2, 88279 Amtzell

Highlights

  • Der Burgstall Moosing nordwestlich von Amtzell ist etwa 180 Meter lang und 35 Meter breit.
  • Ein ehemaliger Burggraben mit etwa fünf Metern Tiefe ist noch gut sichtbar.
  • Auf dem Gelände finden sich Reste einer Terrasse, eines Hügels und vermuteter Steinreste der Wehrmauer.

Tipps

  • Beim Besuch des Burgstalls Moosing lohnt sich ein Blick auf die gut erkennbaren Reste des Burggrabens und der Terrassenanlagen.
  • Interessante Details wie die mögliche Kellerruine und die Steinreste der Wehrmauer laden zur Erkundung ein.
  • Der nahegelegene Weiler Moosing bietet weitere Einblicke in die historische Nutzung des Geländes.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Burgstall Moosing

Der Burgstall Moosing liegt nordwestlich des Ortes Amtzell im Bergland von Oberschwaben, auf einem rund 200 Meter langen Bergrücken, der früher die Burg Mosheim trug. Der Geländekörper ist heute noch gut erkennbar und misst in seiner maximalen Ausdehnung etwa 180 Meter Länge und 35 Meter Breite. In östlicher Richtung fällt der Hügel leicht ab. Der ehemalige Burggraben ist mit einer Tiefe von etwa fünf Metern noch deutlich sichtbar, wurde jedoch durch Kiesabbau im Verlauf der Zeit verbreitert. Etwa 70 Meter des Grabens sind noch verfolgbar, wobei seine ursprüngliche Breite von zwölf Metern auf eine defensive Funktion hinweist.

Auf der Südseite des Areals verläuft eine Terrasse über eine Länge von etwa 140 Metern, die sich steil um fünf Meter abwärts neigt. Im nördlichen Teil des ehemaligen Burghügels erhebt sich ein etwa einen Meter hoher Erdwall, in dem sich eine Vertiefung befindet, die möglicherweise auf einen ehemaligen Kellerraum hindeutet. Gegenüber liegt eine weitere Erhöhung, die als Standort eines ehemaligen Wachturms interpretiert wird. Im östlichen Bereich des Geländes sind vereinzelt Steinreste erhalten, die vermutlich zur Wehrmauer der Burg gehörten. Eine unklare Ruine ragt aus der Böschung hervor, deren Herkunft – ob burgnah oder später errichtet – nicht geklärt ist.

Die Anlage wird nach kartografischen Angaben auf dem Knobelbühl errichtet gewesen sein. Auf historischen Karten ist zudem ein nicht näher belegtes Viereck verzeichnet. Obwohl es eine Burgzeichnung aus den 1950er Jahren gibt, fehlt dieser eine wissenschaftliche Grundlage. Die Steinreste wurden vermutlich um das Jahr 1900 für andere Bauvorhaben abgetragen. Die Burg Moosing wird erstmals in Zusammenhang mit einem Verkauf an das Kloster Weingarten erwähnt. Die Herren von Mosheim, später von Monheim, waren Ministeriale der Herren von Waldburg und verfügten über weit gestreute Güter, die jedoch ökonomisch nicht tragfähig waren. Im Laufe des Mittelalters verkauften sie ihre Lehen sukzessive, was letztlich zum Niedergang der Familie führte. Einige Familienmitglieder siedelten nach Ravensburg über, wo sie Bürgerrecht erwarben und auch städtische Ämter bekleideten.

Die Burg selbst verschwand im 15. Jahrhundert aus den urkundlichen Erwähnungen. Wann genau sie aufgegeben oder abgetragen wurde, ist nicht überliefert. Der Name Moosing leitet sich vom ehemaligen Hof Moosing ab, der als Lehen vom Gut Mosisgreut vergeben wurde. Obwohl die Burganlage heute nicht mehr vollständig rekonstruierbar ist, bleibt der Burgstall ein markantes Zeugnis mittelalterlicher Bautätigkeit in der Region. Die Lage auf dem sanft ansteigenden Bergrücken sowie die noch sichtbaren Strukturen des Grabens und der Terrassen laden zur Erkundung und Deutung der Geschichte ein.

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