St. Aegidii
Highlights
- St. Aegidii ist Quedlinburgs älteste Stadtkirche und eine spätgotische Hallenkirche mit Westturm und Querhaus.
- Der gotische Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert zeigt eine Marienkrönung und stammt ursprünglich von St. Benedikti.
- Im Turm befinden sich die zweitgrößte und tontiefste Glocke der Stadt sowie eine historische Steinzange aus der Bauzeit.
Tipps
- Bei Besuchen außerhalb der regulären Öffnungszeiten lohnt sich eine Anfrage über den Förderkreis für eventuelle Führungen oder Sonderzugänge.
- Bei Turmbesichtigungen können historische Leitern erklettert werden, was körperliche Fitness und Schwindelfreiheit erfordert.
- Die barocke Innenausstattung und der gotische Flügelaltar sind sehenswert, insbesondere die Glasmalerei im Chorfenster.
Eigenschaften
Über St. Aegidii
Die St. Aegidii-Kirche in Quedlinburg ist eine eindrucksvolle spätgotische Sakralbauten und zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Stadt. Als älteste erhaltene Stadtkirche Quedlinburgs bezeugt sie eine über 800-jährige Geschichte. Die dreischiffige Hallenkirche mit Querhaus und Rechteckchor steht unter dem Schutz der Evangelischen Kirchengemeinde und ist heute vor allem für kulturelle Veranstaltungen und Besichtigungen geöffnet. Besucher schätzen die authentische Atmosphäre des Innenraums, der von einer Holztonne überspannt wird und durch barocke Einbauten und einen gotischen Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert geprägt ist.
Der gotische Flügelaltar, der einst in St. Benedikti stand, zeigt eine Marienkrönung und ist eines der kunsthistorischen Highlights der Kirche. Hinter dem Altar befindet sich zudem die älteste erhaltene Glasmalerei der Stadt, die den gekreuzigten Heiland sowie Maria und Magdalena darstellt. Die Innenausstattung wurde im 17. Jahrhundert barock umgestaltet, darunter fällt besonders das außergewöhnliche Kastengestühl ins Auge. Auch die historische Orgel ist sehenswert: Ursprünglich 1651 erbaut, erhielt sie im 18. Jahrhundert einen neuen Prospekt und wurde in jüngerer Zeit umfassend restauriert.
Der markante Südturm der Kirche ragt mit einer Höhe von 57 Metern über die Dächer Quedlinburgs. Während der nördliche Turm 1643 durch einen Blitzschlag zerstört wurde und nicht wieder aufgebaut worden ist, beherbergt der erhaltene Turm unter anderem die tiefklingende Bronzeglocke aus dem Jahr 1766, die mit 1,70 Metern Durchmesser zu den größten Glocken der Stadt gehört. Im Turminneren lassen sich zudem Reste der ehemaligen Turmuhr sowie eine historische Steinzange aus der Bauzeit der Kirche besichtigen. Eine neu installierte Uhr ging 2022 erstmals in Betrieb.
Die Kirche wird seit 2010 durch einen aktiven Förderkreis betreut, der sich für ihre Pflege, Wiederbelebung und weitere Nutzung engagiert. Regelmäßige Besichtigungen sind in den Sommermonaten möglich, zusätzlich öffnet sie zu besonderen Anlässen wie dem Tag des offenen Denkmals ihre Pforten. Auch wenn sie im Vergleich zu anderen Kirchen der Region etwas unscheinbar wirkt, überzeugt sie durch authentische Architektur und eine stimmungsvolle Sakralatmosphäre, die Besucher immer wieder begeistert.
Nördlich der Kirche erstreckt sich der ehemalige Friedhof, der im 19. Jahrhundert stillgelegt wurde und heute als Friedhofspark genutzt wird. Östlich liegt der zum Denkmalverzeichnis gehörende Pfarrhof, der als weiteres Zeugnis der langen Geschichte der Kirche gilt. Die Kombination aus architektonischem Reiz, künstlerischer Ausstattung und lebendiger Pflege macht die St. Aegidii-Kirche zu einem lohnenswerten Ausflugsziel für Kultur- und Kirchenliebhaber inmitten des historischen Quedlinburgs.