Parks & Gärten

Haaßeler Bruch

27446 Anderlingen

Highlights

  • Das Haaßeler Bruch ist ein 120 Hektar großes Naturschutzgebiet in Anderlingen und Selsingen.
  • Es schützt Feuchtwälder, Moor- und Bruchwald sowie artenreiches Grünland und Heckenlandschaften.
  • Das Gebiet beherbergt seltene Vogelarten und Fledermäuse und ist seit 2020 wieder rechtlich geschützt.

Tipps

  • Das Gelände ist überwiegend naturbelassen und eignet sich für ruhige Spaziergänge in Wald und Feuchtwiesen.
  • Im nördlichen Bachtal sind quellige Feuchtgebiete mit Erlen- und Eschenwäldern zu finden.
  • Das südliche Moor- und Bruchwaldgebiet lädt zur Beobachtung seltener Pflanzen- und Tierarten ein.

Eigenschaften

Outdoor Familie Entspannt Ganzjährig

Über Haaßeler Bruch

Das Haaßeler Bruch ist ein Naturschutzgebiet in der Gemeinde Anderlingen im Landkreis Rotenburg (Wümme) im Bundesland Niedersachsen. Es liegt nordöstlich von Selsingen und erstreckt sich über eine Fläche von rund 120 Hektar. Das Gebiet gehört zum Naturraum Beverner Geest und geht im Westen in die Hamme-Oste-Niederung über. Es wurde erstmals als Naturschutzgebiet ausgewiesen und nach einer rechtlichen Unwirksamkeit der ursprünglichen Verordnung im Jahr 2018 durch eine neue Verordnung im Jahr 2020 erneut unter Schutz gestellt.

Das Landschaftsbild des Haaßeler Bruchs wird geprägt von Waldflächen, Grünland und Feuchtgebieten. Im Norden verläuft ein naturnahes Bachtal mit quellgesteuerten Feuchtwäldern, in denen Erlen-Eschen- und Bruchwaldgesellschaften dominieren. Diese Waldtypen weisen einen hohen Anteil an Totholz und Altholz auf, was sie zu wertvollen Lebensräumen für verschiedene Tierarten macht. Auf höheren Standorten schließen sich Eichenmischwald und Buchenwald an. Auch Kiefern- und Fichtenforste sind in Teilen des Gebietes vorhanden. Im Süden grenzen an die Waldflächen unterschiedlich genutzte Grünlandbereiche sowie Ackerflächen an. Östlich schließen sich artenreiche Feucht- und Nassgrünlandflächen an, die durch naturnahe Feldgehölze und Hecken strukturiert sind und extensiv als Mähwiesen oder Weiden bewirtschaftet werden.

Im Südosten des Naturschutzgebiets liegt ein Moor- und Bruchwald auf ehemaligen Hochmoorstandorten, die heute überwiegend entwässert sind und Torfstiche aufweisen. Diese stellen sich zunehmend mit Wasser voll und ermöglichen so eine langsame Moorregeneration. Nach Westen schließt sich ein weiterer Grünlandbereich und anschließend eine Ackerfläche an. Die Wälder bieten Lebensraum für verschiedene waldbewohnende Vogelarten wie Klein- und Mittelspecht sowie die Hohltaube. Auch mehrere Fledermausarten, darunter die Bartfledermaus, die Breitflügelfledermaus, der Große Abendsegler und die Zwergfledermaus, kommen hier vor. Die offenen Grünlandflächen sind Brutplatz verschiedener Wiesenvögel, darunter der Große Brachvogel und der Kiebitz, obwohl das Vorkommen des Großen Brachvogels heute als möglicherweise erloschen gilt. Die strukturreichen Hecken und Feldgehölze bieten Lebensraum für den Neuntöter.

Das Haaßeler Bruch grenzt im Nordwesten an die Kreisstraße zwischen Selsingen und Ohrel. Die Entwässerung des Gebietes erfolgt über den Haaßel-Windershuser-Abzugsgraben, der nördlich der Kreisstraße in den Duxbach mündet, einen Nebenfluss der Bever. Diese wiederum fließt bei Bremervörde in die Oste. Im Süden des Naturschutzgebiets ist die Errichtung einer Bauschuttdeponie geplant, die auch Flächen innerhalb des Schutzgebiets beanspruchen würde – ein Vorhaben, das aufgrund der Naturschutzrelevanz kritisch betrachtet wird.

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