ehemalige Synagoge Neuwied mit Gedenkstätte
Highlights
- An der Synagogengasse erinnert ein Mahnmal des DIF an die ehemalige Synagoge und jüdische Schule Neuwieds.
- Die Gedenkstätte dokumentiert das Schicksal der jüdischen Gemeinde und ihre Vertreibung während des Nationalsozialismus.
Tipps
- Die Gedenkstätte bietet eine informierte Führung an, die historische Zusammenhänge der jüdischen Gemeinde Neuwieds und die Bedeutung des Ortes erläutert.
- Ein Besuch der Synagogengasse ermöglicht den Zugang zu weiteren Informationen über das internationale Projekt ‚Stolpersteine‘, das an lokale Opfer des Nationalsozialismus erinnert.
- Die Kombination aus Mahnmal und Gedenkstätte erlaubt eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der jüdischen Schule und Synagoge an diesem Standort.
Eigenschaften
Ehemalige Synagoge Neuwied – Kulturdenkmal in Synagogengasse
Die ehemalige Synagoge in Neuwied, gelegen in der Synagogengasse, ist ein bedeutendes Mahnmal für die jüdische Geschichte der Stadt. An dieser Stelle stand einst die Synagoge sowie die jüdische Schule, die im Nationalsozialismus zerstört wurden. Heute erinnert ein von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (DIF) errichtetes Gedenkmal an das einstige Zentrum jüdischen Lebens in Neuwied.
Das Gedenkmal verbindet historische Aufarbeitung mit lokaler Erinnerungskultur. Es dokumentiert die Geschichte der jüdischen Gemeinde, die hier über Jahrhunderte eine prägende Rolle spielte, und erinnert an die Opfer des Holocaust. Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung zur jüdischen Tradition, da die Synagogengasse selbst den Namen des Ortes widerspiegelt. Die Gedenkstätte dient als Ort der Reflexion über die NS-Zeit und die Folgen für die jüdische Bevölkerung Neuwieds.
Ein zentraler Bezugspunkt ist der jüdische Friedhof in Niederbieber, einer der größten in Rheinland-Pfalz und seit 1706 belegt. Durch die Initiative des DIF wurde er in den 1980er Jahren restauriert und steht unter Denkmalschutz. Zwei Memorbücher, herausgegeben im Jahr 2000, bieten eine umfassende Dokumentation des Friedhofs in Wort und Bild. Auch das ehemalige Synagogengebäude in Niederbieber, in der Backhausgasse, wurde 2002 durch ein Mahnmal mit Gedenkplatte gewürdigt.
Seit 2003 engagiert sich Neuwied am internationalen Projekt „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig. Diese kleinen Gedenktafeln vor den letzten frei gewählten Wohnorten verfolgter Personen erinnern an individuelle Schicksale und stärken das Bewusstsein für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Stadt verbindet diese Initiativen mit schulischen Projekten, etwa der Schulpartnerschaft zwischen der Maximilian-zu-Wied-Realschule und der Ami-Assaf-Schule in Beit Berl, die seit 1997 besteht.
Die Gedenkstätte in der Synagogengasse ist damit nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein lebendiger Teil der lokalen Geschichtsarbeit. Sie verbindet historische Aufklärung mit lebendiger Erinnerungskultur und zeigt, wie Neuwied sich mit seiner jüdischen Vergangenheit auseinandersetzt. Mit einer Google-Bewertung von 5,0 Sternen wird sie von Besuchern als bedeutender Ort der Reflexion und des Lernens gewürdigt.