Barbara Uthmann-Brunnen
Highlights
- Barbara Uthmann war eine einflussreiche Unternehmerin im 16. Jahrhundert, die im Erzgebirge den Handel mit Borten etablierte.
- Das Denkmal in Annaberg-Buchholz erinnert seit 1886 an ihr Wirken und wurde 2002 nach dem Zweiten Weltkrieg neu errichtet.
- Uthmann förderte die Posamentenherstellung im Erzgebirge und beschäftigte zeitweise bis zu 900 Heimarbeiterinnen.
Eigenschaften
Über Barbara Uthmann-Brunnen
Der Barbara Uthmann-Brunnen in Annaberg-Buchholz im sächsischen Erzgebirgskreis zählt heute zu den bedeutenden Kulturdenkmälern der Region. Er erinnert an Barbara Uthmann, eine einflussreiche Unternehmerin des 16. Jahrhunderts, die maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung des Erzgebirges beitrug. Ursprünglich 1886 auf dem Marktplatz der Stadt errichtet, steht das Denkmal für die Wertschätzung ihrer Leistungen, insbesondere im Bereich des Bergbaus und des Posamentehandels. Die Bronzefigur in der Mitte des Brunnens entstand durch den Dresdner Bildhauer Robert Henze und basiert auf dem einzigen bekannten Porträt von Uthmann, einer Elfenbeinschnitzerei im Dresdner Grünen Gewölbe.
Das Denkmal wurde anlässlich des wirtschaftlichen Aufschwungs Annabergs im späten 19. Jahrhundert als zentrales Wahrzeichen geschaffen. Es war Teil einer Brunnenanlage und orientierte sich in seiner Gestaltung an einem früheren Standbild der Kurfürstin Anna in Dresden. Die Einweihung im Jahr 1886 erfolgte mit großem öffentlichen Aufgebot: Behörden, Lehrer mit Schülern, Vereine und Bergleute zogen durch die Stadt, um das neue Ehrenmal zu feiern. Die Bronzefigur wurde später in den Kriegsjahren 1942 aufgrund des Metallmangels demontiert und eingeschmolzen. Auch das Brunnenbecken wurde zeitweise stillgelegt, nachdem in den 1930er Jahren ein Kind tödlich am Brunnenrand verunglückt war.
Die heutige Form des Barbara Uthmann-Brunnens entstand im Jahr 2002. Nach einem Stadtbeschluss und zehnjähriger Spendensammlung wurde eine Kopie der ursprünglichen Statue neu gegossen und am Marktplatz wieder enthüllt. Damit wurde nicht nur das kulturelle Erbe der Stadt sichtbar fortgeführt, sondern auch die Verbindung zur Familie Uthmann erneuert. Die Enthüllung wurde von Nachfahren der Unternehmerin begleitet, die sich bei diesem Anlass in das Goldene Buch der Stadt eintrugen. Das Denkmal steht bis heute als Zeugnis einer bemerkenswerten Frau, die trotz der Widrigkeiten ihrer Zeit ein florierendes Unternehmen leitete und damit einen bleibenden Einfluss auf die Region ausübte.
Barbara Uthmann wurde um 1514 vermutlich in Annaberg geboren und heiratete Christoph Uthmann, mit dem sie fünfzehn Kinder hatte. Nach dessen frühem Tod führte sie das Familiengeschäft, darunter eine Saigerhütte, erfolgreich weiter. Durch kluge Geschäftsstrategien und staatliche Privilegien gelang es ihr, ein weitreichendes Netzwerk im Bortenhandel aufzubauen. Zeitweise beschäftigte sie Hunderte von Heimarbeiterinnen, was sie zur Pionierin im erzgebirgischen Verlagswesen machte. Obwohl umstritten, wird ihr in der örtlichen Erinnerungskultur auch die Förderung des Spitzenklöppelns zugeschrieben – eine Kunst, die später zur Identität des Erzgebirges wurde.