Kirche/Kloster

Stadtkirche St. Marien

Herrenstraße 17, 06922 Annaburg-Prettin

Highlights

  • Die Stadtkirche St. Marien in Annaburg-Prettin ist eine gotische Backsteinhallenkirche aus dem 14. Jahrhundert mit vorstehendem Querschiff und zweijochigem Chor.
  • Der 74 Meter hohe Turm mit Aussichtsplattform (25 m) entstand 1852/86, während der Altaraufsatz aus spätgotischen Schnitzaltären (um 1490/1520) und Renaissance-Elementen (1614) besteht.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang erfolgt über einen rollstuhlgerechten Eingang an der Nordseite der Kirche, der einen ungehinderten Besuch ermöglicht.
  • Die dreischiffige Hallenkirche zeigt originale spätgotische und Renaissance-Elemente wie das Portal von 1609 sowie den historischen Altaraufsatz aus dem 15. und 16. Jahrhundert.
  • Die Aussichtsplattform im Kirchturm bietet in 25 Metern Höhe einen Blick über die Umgebung und ist über eine separate Treppe zugänglich.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kultur-Ausflug: Sakrale Schätze in Annaburg-Prettin

Die Stadtkirche St. Marien in Annaburg-Prettin ist ein beeindruckendes Zeugnis mittelalterlicher Backsteinarchitektur und ein zentraler Ort der regionalen Kirchengeschichte. Als dreischiffige Hallenkirche aus dem frühen 14. Jahrhundert entstand sie ursprünglich als Kreuzkirche, erhielt ihre Seitenschiffe jedoch erst im Jahr 1582. Die Kirche steht unter Denkmalschutz und vereint gotische und spätere Stilelemente in harmonischer Weise.

Besonders auffällig ist das vortretende Querschiff sowie der zweijochige Rechteckchor, der mit seinen ältesten erhaltenen Teilen – zwei als Köpfe gestalteten Sockeln an den Strebepfeilern des südlichen Altarraums – auf die Ursprünge des Bauwerks verweist. Die Fassade zeigt eine spannende Mischung aus spätgotischen und renommierten Renaissance-Elementen: Ein spätgotisches Portal aus dem Ende des 15. Jahrhunderts flankiert an der Nordseite das prächtige Spätrenaissanceportal von 1609, das der Kurfürstin Hedwig gewidmet ist.

Der Kirchturm, 1852 im gotisierenden Stil errichtet, erhielt 1886 eine sechseckige Turmspitze und erreichte damit eine Höhe von 74 Metern. Die Aussichtsplattform in 25 Metern Höhe lädt Besucher ein, einen Blick über die Region zu werfen. Im Inneren beeindrucken ein aus zwei spätgotischen Schnitzaltären zusammengesetzter Altaraufsatz – darunter ein Triptychon von 1520 und ein Flügelaltar um 1490 – sowie eine neugotische Predigtkanzel von 1899. Eine Renaissance-Rundkanzel aus dem Jahr 1582 erinnert an die reformatorischen Umbrüche der Region.

Drei Bronzeglocken im Dachreiter erzählen von der langen Geschichte: Die älteste stammt aus dem späten 14. Jahrhundert, während die weiteren 1541 und 1556 gegossen wurden. Auch die Ausstattung wie der Taufstein von 1899 und die Taufschale von 1800 sowie die Grabplatte des Amtmanns Hans von Seebach aus dem 16. Jahrhundert sind wertvolle Zeitzeugen. Die Kirche, die einst durch die Firma Köhler Pretzsch modernisiert wurde, wurde 2000 technisch erneuert und bleibt damit ein lebendiger Ort des Glaubens und der Kultur in Annaburg-Prettin.

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