Jagdhaus Fremersberg/St. Hubertus
Eigenschaften
Ausflug Kultur Burg Jagdhaus Fremersberg St. Hubertus Baden-Baden
Das Jagdhaus Fremersberg/St. Hubertus in Baden-Baden zählt zu den bedeutenden kulturhistorischen Zeugnissen der Region und lädt Besucher zu einem spannenden Ausflug in die Vergangenheit ein. Errichtet im Auftrag der Markgräfin Franziska Sibylla Augusta von Sachsen-Lauenburg, diente das Schloss ursprünglich als Jagdhaus für ihre Söhne, darunter den berühmten „Jägerlouis“ Ludwig Georg. Die Anlage wurde im 18. Jahrhundert am Hang des Fremersbergs erbaut und zeigt bereits in ihrer Architektur den Einfluss fürstlicher Jagdkultur. Aufgrund seiner Ähnlichkeit mit dem pfälzischen Hubertusorden wird es auch als Jagdhaus St. Hubertus bezeichnet.
Die Bauform des Schlosses ist besonders bemerkenswert: Ein oktogonaler Zentralbau mit vier trapezförmigen Flügeln, die sich auf den Schmalseiten brechen, verleihen dem Gebäude den charakteristischen Grundriss. Auf der Kuppel des Zentralbaus thront eine Steinplastik, die einen Hirsch im Wundbett darstellt, der von einem Schweißhund gestellt wird – ein deutlicher Hinweis auf die Jagdthematik des Hauses. Die Flügelbauten sind mit schwalbenschwanzförmigen Walmdächern versehen. Neben dem Hauptgebäude zählen zwei eingeschossige Kavaliersbauten sowie ein ehemaliger Küchenbau mit Ziegelzeltdach zur historischen Anlage. Heute ist auf dem Gelände zusätzlich ein südlich gelegenes Gebäude erhalten, das früher als Gaststätte genutzt wurde.
Die Geschichte des Jagdhauses ist eng mit der baden-badischen Landesgeschichte verknüpft. Ursprünglich war ein Bau am Fremersberg bereits vom Markgrafen Ludwig Wilhelm geplant, doch die Umsetzung gelang erst unter seiner Witwe. Der Hofbaumeister Johann Michael Ludwig Rohrer leitete den Baubetrieb, der allerdings durch Sturmschäden zeitweise verzögert wurde. Nach Fertigstellung wurde das Schloss als Jagdschloss genutzt, geriet jedoch im 19. Jahrhundert zunehmend in Verfall. So verschwand bereits um 1835 das nördliche Kavalierhaus vollständig. Dennoch wurden im Laufe der Zeit immer wieder Restaurierungen durchgeführt, etwa der Malereien in den 1830er Jahren oder der Deckengemälde Anfang des 20. Jahrhunderts.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die französischen Streitkräfte das Gebäude und nutzten es bis 1992 als Residenz des kommandierenden Generals sowie als französisches Konsulat. Seitdem steht das Jagdhaus leer und ist heute ein markantes, wenn auch nicht mehr nutzbares Zeugnis vergangener Epochen. Die architektonischen Details, die ruhige Lage am Fremersberg und die historische Bedeutung machen den Ort zu einem lohnenswerten Ziel für Kultur- und Burginteressierte. Mit einem Google-Rating von 4,0 von 5 Sternen wird das Schloss von Besuchern als sehenswert bewertet.