Kirche im Fliednerdorf - Evangelische Brückengemeinde
Highlights
- Die Evangelische Brückengemeinde Mülheim entstand 2026 durch Fusion zweier Gemeinden im Kirchenkreis An der Ruhr.
- Die Petrikirche (12. Jh.) mit romanischem Turm und gotischem Chor ist das älteste Baudenkmal im Fliednerdorf Saarn.
- Haus Scharpenberg (1978) vereint Wohnen, Kapelle und Begegnungsräume – gestiftet von den Wenzels als lebendiger Ort.
Eigenschaften
Evangelische Kirche Brückengemeinde Mülheim – Sakrale Kultur im Fliednerdorf
Die Evangelische Brückengemeinde in Mülheim an der Ruhr vereint in der Kirche im Fliednerdorf eine bewegte Geschichte mit lebendigem Gemeindeleben. Als Ergebnis einer Fusion zweier Kirchengemeinden im Jahr 2026 entstand hier ein moderner Ort der Begegnung, der sowohl historische Wurzeln als auch zeitgemäße Angebote verbindet. Die Gemeinde gehört zum Kirchenkreis An der Ruhr und ist Teil der Evangelischen Kirche im Rheinland. Ihr Selbstverständnis ist geprägt von einer offenen Haltung: Durch musikalische Darbietungen, Netzwerke für verschiedene Zielgruppen und konkrete Amtshandlungen wird ein Raum geschaffen, der Menschen unterschiedlicher Nähe zur Kirche willkommen heißt.
Das architektonische Herzstück der Brückengemeinde bildet die Dorfkirche Saarn, eine der ältesten evangelischen Kirchen Mülheims. Ihre Ursprünge reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück, als auf dem historischen Kirchenhügel eine eigenständige Kapelle des Altenhofs entstand. Der heutige Bau vereint romanische und gotische Elemente: Der markante Westturm mit seinem viergeschossigen Aufbau und dem westlichen Portal stammt aus dem Mittelalter, während der gotische Chor und ein Kapellenanbau später hinzugefügt wurden. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche 1901 neu errichtet und 2001 grundlegend saniert – heute steht sie als lebendiges Denkmal im Zentrum des Stadtteils Saarn.
Neben der historischen Dorfkirche prägt das Haus Scharpenberg das Gemeindebild. Das 1978 errichtete Ensemble verbindet Wohnen, Begegnung und Bildung unter einem Dach: Seniorenwohnungen, Gemeinderäume und ein Schwimmbad bilden ein gemeinsames Ökosystem, ergänzt durch eine runde Kapelle und Bildungsstätten. Die Stiftung des Ehepaars Wenzel ermöglichte diesen einzigartigen Ort, der seit den 1980er Jahren als Modell für generationenübergreifende Gemeinschaft gilt. Hier finden sich unter anderem das Büchercafé Las Torres, Probenräume der Singschule und zwei Gemeindesäle – ein Ort, an dem sich Tradition und Moderne ergänzen.
Die musikalische Tradition der Brückengemeinde ist ebenso beeindruckend wie ihre Architektur. Die Van-Rossum-Orgel aus dem Jahr 2009, eingebettet in ein historisches Gehäuse aus dem 17. Jahrhundert, ist ein zentrales Element der Gottesdienste und Konzerte. Ihr Klang vereint norddeutsche Orgeltradition mit moderner Spieltechnik, während die Konzertsäle der Gemeinde Raum für vielfältige musikalische Formate bieten. Die Kirche im Fliednerdorf versteht sich dabei nicht nur als Ort des Gottesdienstes, sondern als Raum für künstlerische Begegnungen und intergenerationelle Austauschformate.
Ein besonderes Anliegen der Brückengemeinde ist der Schutz und die Sicherheit aller Mitglieder – insbesondere von Kindern, Jugendlichen und vulnerablen Gruppen. Ein umfassendes Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt bildet einen unverzichtbaren Bestandteil der Gemeindearbeit und unterstreicht das Engagement für einen respektvollen Umgang miteinander. Die Kirche im Fliednerdorf steht damit nicht nur für spirituelle Orientierung, sondern auch für ein modernes Verständnis von Gemeinschaft: offen, inklusiv und auf die Bedürfnisse aller ausgerichtete.