Martinskirche
Highlights
- Die Martinskirche in Apolda ist ein evangelisches Gotteshaus mit romanischen Bauteilen und wird erstmals 1119 erwähnt.
- 1700 erfolgte die Wiedereinweihung nach Umbauten, 1926 wurde das Langhaus abgetrennt und dient seitdem als Martinskapelle.
Tipps
- Die Martinskirche in Apolda ist eines der ältesten Gebäude der Stadt und stammt aus romanischer Zeit, erstmals erwähnt 1119.
- Innenräume zeigen Reste romanischen Mauerwerks sowie gotische und barocke Einflüsse aus verschiedenen Umbauphasen.
- Heute wird nur noch der vordere Teil der Kirche, die sogenannte Martinskapelle, regelmäßig für Gottesdienste genutzt.
Eigenschaften
Über Martinskirche
Die Martinskirche in Apolda ist eines der ältesten und bedeutendsten Kulturdenkmäler der Stadt im thüringischen Weimarer Land. Die evangelische Kirche wurde erstmals im Jahr 1119 urkundlich erwähnt, was sie zu einem der frühesten sakralen Bauwerke der Region macht. Ursprünglich stand sie außerhalb der Stadtmauern nahe dem Zusammenfluss der Bäche Herressener und Schötener. Noch heute lassen sich romanische Bauteile wie Mauerwerksteile, ein Altarfundament sowie raumgliedernde Rundbögen mit charakteristischen Würfelkapitellen erkennen, die auf ihre mittelalterlichen Urspräche hinweisen.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehrfach umgebaut und erweitert. Während des gotischen Baustils kam es zu ersten Umbauten, dokumentiert sind jedoch erst ab dem späten 17. Jahrhundert größere Veränderungen. Nach einer umfangreichen Bauphase wurde die Kirche offiziell im Jahr 1700 wieder eingeweiht. Im 18. Jahrhundert verlor sie zunehmend ihre Funktion als zentrale Stadtkirche, zumal mit dem Bau der Lutherkirche 1894 eine neue Hauptkirche entstand. In den Jahren 1925/1926 wurde das Langhaus vom Chorraum abgetrennt, und seitdem dient lediglich der vordere Teil des Gebäudes – heute als „Martinskapelle“ bekannt – regelmäßig für Gottesdienste.
Die heutige Gestalt der Kirche entstand durch umfangreiche Renovierungsarbeiten in den Jahren 1973/1974, bei denen unter anderem der Chorraum restauriert wurde. In diesem Zuge verschwanden barocke Elemente wie die alte Kanzel und der Altar. Dennoch blieben wertvolle Ausstattungsgegenstände erhalten, darunter das gotische Taufbecken, die Kanzel aus dem Jahr 1666 mit kunstvollen Intarsien, ein Kruzifix aus dem 18. Jahrhundert sowie ein aus barocken Beständen zusammengesetzter Altar von 1926. Ein farbenprächtiges Glasmalereifenster hinter dem Altar stammt aus der renommierten Glasmalerei Ferdinand Müller in Quedlinburg.
Die Kirche beherbergt außerdem mehrere historische Grabmale der einflussreichen Grafenfamilie Vitzthum, die die Schlossherren von Apolda waren. Zu den bekanntesten Grabdenkmälern zählen diejenigen von Catarina und Christof von Vitzthum sowie ein weiteres Frauengrabmal aus der Spätrenaissance. Die Familie nutzte die Martinskirche als Familiengrabstätte, während die übrige Bevölkerung auf dem angrenzenden Friedhof bestattet wurde, der heute als Kantplatz bekannt ist.
Heute ist die Martinskirche nicht nur ein Ort der religiösen Andacht, sondern auch ein kulturelles Zentrum im Wandel. Sie ist Teil eines Modellprojekts der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), das sich mit der zukünftigen Nutzung sakraler Gebäude beschäftigt. Zukünftig soll die Kirche als „Treffpunkt MA“ der Öffentlichkeit stärker zugänglich gemacht werden – etwa durch ein Café oder soziale Einrichtungen. Mit ihrer reichen Geschichte, ihren architektonischen Besonderheiten und ihrer zentralen Lage lädt die Martinskirche zu einem kulturellen Ausflug in die Vergangenheit Apoldas ein.