Denkmal/Gedenkstätte

Servitenkloster Oßmannstedt

Wielandstraße 16, 99510 Ilmtal-Weinstraße-Oßmannstedt

Highlights

  • Das Wielandgut Oßmannstedt war Wohnsitz des Schriftstellers Christoph Martin Wieland von 1797 bis 1803.
  • Das barocke Gutshaus beherbergt heute ein Museum mit originaler Ausstattung und weist Wielands Grabstätte im Park auf.
  • Das Gelände dient zudem als Bildungs- und Forschungsstätte der Klassik Stiftung Weimar.

Tipps

  • Das Wielandgut Oßmannstedt ist zehn Kilometer nordöstlich von Weimar erreichbar und bietet Einblicke in das Leben des bedeutenden Dichters Christoph Martin Wieland.
  • Im barocken Gutsgebäude befindet sich eine Dauerausstellung über Wielands Werk als Romanschriftsteller, Übersetzer und Herausgeber mit originalgetreu erhaltenen Räumen.
  • Der angeschlossene Park mit Wielands Grabstätte lädt zur Besinnung ein und zeigt gestalterische Elemente aus der Zeit um 1800, darunter eine Lindenallee und Streuobstwiese.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Servitenkloster Oßmannstedt

Das Servitenkloster Oßmannstedt liegt idyllisch im Ortsteil Oßmannstedt der Gemeinde Ilmtal-Weinstraße im Landkreis Weimarer Land in Thüringen. Heute beherbergt es das Wielandgut Oßmannstedt, ein bedeutender kultureller Ort, der mit der deutschen Spätaufklärung und insbesondere mit dem Leben und Werk des Schriftstellers Christoph Martin Wieland verbunden ist. Von 1797 bis zu ihrem Tod im Jahr 1803 bewohnte Wieland das barocke Gutshaus und gestaltete es zu einem Zentrum geistiger und literarischer Tätigkeit. Hier lebte er als „poetischer Landjunker“ zurückgezogen, umgeben von seiner Familie und einem regen Besucherverkehr, zu dem unter anderem Goethe, Clemens Brentano und Jean Paul zählten.

Das eindrucksvolle Gutshaus beherbergt heute eine Dauerausstellung unter dem Titel „Der erste Schriftsteller Deutschlands“, die Wielands vielseitiges literarisches Schaffen sowie seine Rolle als Herausgeber und Übersetzer würdigt. Im historischen Interieur der Wohnräume wird nicht nur sein Werk thematisiert, sondern auch sein gesellschaftlicher Einfluss und seine Bedeutung für die deutsche Aufklärung veranschaulicht. Ergänzt wird die Ausstellung durch moderne Medienangebote sowie durch die enge Verbindung zum umliegenden Park, der als Ort der Inspiration und des geselligen Austauschs während Wielands Zeit diente.

Der Gutspark, angelegt nach Vorbildern römischer Gärten, war ein integraler Bestandteil von Wielands Lebenswelt. Er diente nicht nur als repräsentativer Raum, sondern auch als landwirtschaftlich genutzte Fläche mit Küchen- und Rosengarten. Noch heute erinnern die Lindenallee und die Streuobstwiese an die ehemalige Nutzung. In einer abgelegenen Partie des Parks an der Ilm fand Wieland seine letzte Ruhestätte – gemeinsam mit seiner Frau Anna Dorothea und Sophie Brentano. Das Grabmal in Form eines Sandsteinobelisken trägt eine von Wieland verfasste Inschrift, die Liebe und Freundschaft ehrt. Diese stille Stätte unterstreicht den persönlichen und poetischen Charakter des Ortes.

Das Wielandgut Oßmannstedt ist nicht nur Museum, sondern auch Bildungs- und Forschungsstätte: Im Gutsgebäude ist die Wielandakademie untergebracht, die für Klassenfahrten, Seminare und Fortbildungen genutzt wird. Zudem beherbergt das Haus ein Forschungszentrum, das sich der Erforschung von Wielands Werk und Wirkung widmet. Der gesamte Komplex – Museum, Park und Grabstätte – vermittelt ein lebendiges Bild der Zeit um 1800 und macht Oßmannstedt zu einem lohnenswerten Ausflugsziel für Freunde der deutschen Literatur und Kulturgeschichte.

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