Fresekenhof (Burghaus Freseken)
Highlights
- Der Fresekenhof in Arnsberg-Neheim ist ein historisches Fachwerkensemble, das die Familie Kettler sanierte und heute als kultureller Ort dient.
- Der Heimatbund nutzt den Fresekenhof für Ausstellungen wie ‚Auf den Flügeln des Friedens‘ (80 Jahre Möhnekatastrophe) und historische Forschungen.
Tipps
- Die Ausstellung ‚Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte‘ bietet Einblicke in das Leben von Anne Frank durch interaktive Elemente und wird von jungen Peer Guides begleitet.
- Der Fresekenhof zeigt historische Fachwerkhäuser, die als Beispiel für die Sanierung und Bewahrung des Neheimer Stadtbildes dienen.
- Die Dauerausstellung ‚Auf den Flügeln des Friedens‘ erinnert an die Möhnekatastrophe und deren Folgen mit historischen Dokumenten und Bildmaterial aus dem Heimatbund-Archiv.
Eigenschaften
Burghaus Fresekenhof – Kulturdenkmal Arnsberg-Neheim
Der Fresekenhof, auch als Burghaus Freseken bekannt, ist ein historisches Juwel in der Neheimer Altstadt von Arnsberg. Das Fachwerkensemble aus dem 17. Jahrhundert wurde von der Familie Kettler saniert und steht heute als Zeugnis regionaler Baukunst und Lebensgeschichte. Die beiden gut erhaltenen Häuser vermitteln einen Eindruck vom traditionellen Wohnen und Handwerk in der Region und sind ein wichtiger Bestandteil des Neheimer Stadtbildes.
Der Fresekenhof dient als Ort für kulturelle und historische Veranstaltungen, die von lokalen Initiativen wie dem Heimatbund Neheim-Hüsten organisiert werden. Besonders erwähnenswert ist die Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek und der Volkshochschule, die hier Ausstellungen wie „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ präsentierten. Die Wanderausstellung des Anne Frank Zentrums wurde mit Unterstützung des Bürgermeisters als Schirmherr in der Region gezeigt und durch junge Peer Guides persönlich vermittelt. Solche Projekte verbinden lokale Geschichte mit zeitgenössischer Aufklärung.
Ein weiteres zentrales Thema des Heimatbundes ist die Aufarbeitung regionaler Katastrophen und Schicksale. Im Fresekenhof wurde bereits eine Ausstellung zur Möhnekatastrophe gezeigt, die 80 Jahre nach dem Ereignis an die Folgen der Flut erinnerte. Begleitend dazu entstand das Heimatbundheft Nr. 66 mit historischen Fotos und Analysen des Stadtarchivars. Auch das jüdische Leben in Neheim wurde im ehemaligen Synagogengebäude thematisiert, wobei der Heimatbund durch Recherchen in Archiven und Zeitungsartikeln neue Erkenntnisse zu Zwangsarbeitern wie einer jüdischen Frau bis 1944 zutage förderte.
Die Aktivitäten des Heimatbundes reichen von Denkmalpflege über Filmabende bis hin zu archivarischer Arbeit. Durch die Geschichtswerkstatt, die seit 2016 aktiv ist, wurden über 120 Interviews zu „Menschengeschichten“, „Häusergeschichten“ und „Firmengeschichten“ geführt. Dabei ging es auch um die Dokumentation von Gaststätten und Hotels, deren Betreiber oft über Generationen hinweg in Neheim tätig waren. Die Forschungsergebnisse fließen in Publikationen wie das Heimatbundheft ein, das aktuelle Erkenntnisse zu Stadtentwicklung und regionaler Geschichte zusammenfasst.
Der Fresekenhof steht damit nicht nur als historisches Gebäude, sondern auch als lebendiger Ort des Gedächtnisses und der Bildung. Durch die Verbindung von lokaler Historie, zeitgeschichtlichen Ausstellungen und ehrenamtlichem Engagement wird er zu einem bedeutenden Kulturdenkmal, das Besucher zum Nachdenken über die Vergangenheit und ihre Auswirkungen auf die Gegenwart einlädt. Die Arbeit des Heimatbundes und die Kooperation mit Schulen und Bibliotheken unterstreichen dabei den Anspruch, Geschichte lebendig und zugänglich zu gestalten.