Hudeeichental
Highlights
- Das Naturschutzgebiet Hudeeichental liegt westlich von Freienohl im Stadtgebiet Meschede und umfasst 5,05 Hektar.
- Es beherbergt alte Hudeeichen, artenreiches Feucht- und Magergrünland sowie seltene Tier- und Pflanzenarten.
- Das Gebiet ist durch extensive Weidenutzung geprägt und zählt zu den geschützten Biotopen nach § 30 BNatSchG.
Eigenschaften
Über Hudeeichental
Das Naturschutzgebiet Hudeeichental befindet sich im Stadtgebiet von Arnsberg im Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen. Es ist ein kleines, aber bemerkenswertes Schutzgebiet, das ursprünglich im Rahmen des Landschaftsplans Meschede ausgewiesen wurde. Mit einer Fläche von etwa 5,05 Hektar stellt es einen Restbereich des ursprünglich größeren Naturschutzgebiets „Hudeeichen“ dar, das durch den Bau der A 46 stark beeinträchtigt wurde. Dennoch bleibt das Hudeeichental ein wichtiges Biotop und ein Zeugnis ehemaliger ländlicher Kulturlandschaft.
Das Gebiet ist geprägt durch eine historische Gemeindehude mit alten, großkronigen Stieleichen, die als Solitärbäume das Landschaftsbild dominieren. Diese Eichen sind Relikte extensiver Weidenutzung und tragen maßgeblich zum charakteristischen Erscheinungsbild des Areals bei. Ergänzt wird die Vielfalt durch artenreiche Feucht- und Magergrünlandflächen sowie durch Hecken und Feldgehölze, die dem Gelände ein parkartiges Aussehen verleihen. Ein namenloser Seitengraben des Siepens durchquert das Gebiet und wird aus mehreren Quellarmen gespeist, bevor er kurz darauf in den Bach Rümmecke mündet.
Das Hudeeichental beherbergt aufgrund seiner strukturellen Vielfalt und seiner besonderen ökologischen Bedeutung verschiedene gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Zu den nachgewiesenen Arten gehören unter anderem der Baumpieper und der Neuntöter sowie seltene Pflanzenarten wie die Sumpf-Dotterblume, das Echte Eisenkraut, der Adlerfarn und die Kuckucks-Lichtnelke. Diese Vielfalt qualifiziert das Gebiet als gesetzlich geschütztes Biotop gemäß § 30 des Bundesnaturschutzgesetzes. Ziel des Schutzes ist es, die strukturelle Vielfalt des extensiv genutzten Grünlandkomplexes langfristig zu erhalten und gleichzeitig seltene Biotope sowie Tier- und Pflanzenarten zu sichern.
Das NSG gilt als Kulturlandschaftsrelikt von besonderer Eigenart und Schönheit. Trotz des Flächenverlustes durch den Autobahnbau bleibt es ein erinnerungswürdiges Stück offener, naturnaher Landschaft. Um das charakteristische Erscheinungsbild langfristig zu erhalten, sind gezielte Maßnahmen wie der Schutz junger Eichen vor Verbiss und deren punktuelle Neuanpflanzung vorgesehen. Das Hudeeichental ist somit nicht nur ein Rückzugsraum für seltene Arten, sondern auch ein lebendiges Zeugnis historischer Landnutzungsformen in der Region.