Pfarreiengemeinschaft Um Maria Sondheim
Highlights
- Die spätgotische Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Sondheim in Arnstein wurde 1614 nach Baufälligkeit der Vorgängerkirche errichtet und prägt seit 1622 mit barocker Innenausstattung den Ort.
- 1609 entstand in Binsfeld eine gemeinsame Schule für Arnstein, Binsfeld und Halsheim, während die Kirche Maria Sondheim als zentraler Wallfahrtsort im Werngrund liegt.
- Die 1647 gegossene Glocke in der Kirche stammt von Leonhardt Löw aus Nürnberg und zählt zu den historischen Schätzen der Pfarrei.
Tipps
- Die spätgotische Kirche bietet einen barrierefreien Zugang über einen rollstuhlgerechten Eingang am Seiteneingang.
- Die Kreuzwegstationen von Johann Peter Herrlein aus dem 17. Jahrhundert zeigen handwerkliche Meisterleistungen der Spätrenaissance.
- Das moderne Altarbild aus dem Jahr 2002 bildet den zentralen Blickfang im renovierten Altarraum und verbindet historische mit zeitgenössischer Kunst.
Eigenschaften
Ausflug Kultur Sakral: Pfarreiengemeinschaft Um Maria Sondheim Arnstein
Die Pfarreiengemeinschaft „Um Maria Sondheim“ in Arnstein vereint mehrere historische Sakralbauten, deren Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Im Zentrum steht die spätgotische Wallfahrtskirche Maria Sondheim, die sich malerisch in den Flussauen der Wern erhebt. Ursprünglich als Nikolauskirche im 14. Jahrhundert errichtet, wurde sie nach ihrer Zerstörung durch einen Brand 1614 im gotischen Stil neu aufgebaut – zunächst mit Chor und Turm, bevor der Krieg im 30-jährigen Konflikt die Vollendung verzögerte. Besonders prägend sind die barocke Innenausstattung mit kunsthistorisch wertvoller Orgel sowie die Kreuzwegstationen von Johann Peter Herrlein, die seit einer Renovierung 2002 den Altarraum mit einem modernen Altarbild bereichern.
Die Pfarrei gehört zur Urpfarrei Stetten und war seit dem 12. Jahrhundert Teil des Bistums Würzburg. Die Rosenkranzbruderschaft, 1614 von Pfarrer Wölflin gegründet, wuchs schnell zu einer der größten Bruderschaften im Land an und zählte bereits 1626 über 1000 Mitglieder. Neben der Kirche entstand 1609 eine gemeinsame Schule für die Nachbardörfer Binsfeld und Halsheim – ein Zeichen der engen kirchlichen und schulischen Vernetzung. Die Kanzel wurde ursprünglich rechts platziert und später auf die linke Seite versetzt, während die kleinste Glocke der Kirche, 1647 in Nürnberg gegossen, bis heute ihre mysteriöse Herkunft bewahrt.
Die Pfarreiengemeinschaft umfasst zudem die Kapelle St. Michael in Büchold, deren spätgotische Malereien 1622 vom Nürnberger Künstler Ritterlein entstanden – sein letztes Werk, bevor er wenig später verstarb. Die Kapelle, 1372 als Filiale gegründet, gilt als architektonisches Juwel mit ihrer Renaissance-Ausstattung. In Halsheim, erstmals 1294 urkundlich erwähnt, wurde nach mehreren Bränden 1606 eine neue Kirche erbaut, die durch Umbauten im 19. Jahrhundert zu einem weithin sichtbaren Wahrzeichen des Werngrunds wurde. Die Lourdesgrotte und der Kreuzweg von 1873 unterstreichen die lebendige Wallfahrtskultur der Region.
Mit einer Google-Bewertung von 4,7 Sternen (basierend auf 21 Bewertungen) steht die Pfarreiengemeinschaft für eine gelungene Verbindung von Geschichte und Gegenwart. Die Pfarrhäuser und das Pfarrheim bieten Räume für Begegnung und Kultur, während die restaurierten Kirchenbauten – etwa die 2002 sanierte Maria-Sondheim-Kirche oder die 1992–2007 grundlegend erneuerte Kapelle in Büchold – Zeugnis der sorgfältigen Pflege des kulturellen Erbes ablegen. Die Pfarrei ist nicht nur ein spiritueller Ort, sondern auch ein Ort der regionalen Identität, der durch ihre historischen Schätze und lebendige Traditionen besticht.